Ärzte Zeitung online, 13.02.2009

Deutsche haben lange Wege zum Internisten

STUTTGART (eb). Das deutsche Netz internistischer Schwerpunktkliniken hat Löcher. Das geht aus einer jetzt vorgelegten Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hervor.

Demnach werden rund 40 Prozent aller Patienten mit internistischen Fällen an Universitätskliniken oder akademischen Lehrkrankenhäusern behandelt. Für viele bedeuten das lange Anfahrtswege und Wartezeiten. Nur in die drei Bundesländern Bremen, Nordrhein-Westfalen und Saarland führen nach Angaben der DGIM eine Bedarfsplanung durch. Für die Internistengesellschaft besteht erheblichen Nachholbedarf: "Hier gilt es detaillierte Vorgaben zu machen und damit Strukturen zu schaffen - etwa durch eine vermehrte Kooperation der Kliniken", schlägt Professor Hendrik Lehnert vom Vorstand der DGIM vor. Auf diese Weise ließen sich auch Patienten mit weniger häufigen Erkrankungen angemessen versorgen.

Aber es gibt auch ein erfreuliches Bild. So gebe es in 1460 von 2166 Akut-Krankenhäusern bereits Abteilungen für Innere Medizin. Häufig seien es sogar die größten Stationen, auf denen sich fast ein Dritte aller Betten befände. Gut ein Fünftel aller Fachärzte in Kliniken seien außerdem Internisten. Auf sie kämen etwa 38 Prozent aller Klinikpatienten.

Lehnert drückt es so aus: "Jeder Internist betreut etwa 1,8 Mal mehr Patienten als die Ärzte der anderen Fachgebiete." Auch die Liegezeit sei mit fast 8 Tagen niedriger als der Gesamtdurchschnitt aller Fachrichtungen von fast 9 Tagen. Dabei unterscheiden sich allerdings die internistischen Schwerpunkte. So liegen Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen im Schnitt nur 5,6 Tage. In der Geriatrie sind es hingegen durchschnittlich 17 Tage pro Fall.

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