Ärzte Zeitung online, 07.07.2009

Forscher der TU Wien entwickeln Mini-Herzpumpe mit Luftantrieb

WIEN (eb). An der Technischen Universität (TU) Wien entsteht eine winzige Herzkatheterpumpe, die das menschliche Herz in kritischen Zuständen beim Pumpen unterstützt. Die Pumpe darf im Maßstab 1 zu 1 nicht größer als 5 mm im Durchmesser und 45 mm in der Länge sein.

Über einen Katheter wird die Minipumpe bis zum Herzen geschoben und zwischen den Herzklappen platziert. Sie hilft mit, das Blut aus dem Herzen zu pumpen. Neuartig ist vor allem der Pumpenantrieb, der erstmals pneumatisch erfolgt. Konstruktionswissenschafter der TU Wien haben im Auftrag des Herzchirurgen und Universitätsprofessors Werner Mohl einen Prototypen im Maßstab 2 zu 1 angefertigt.

So sieht der Prototyp der Mini-Herzpumpe aus.

So sieht der Prototyp der Mini-Herzpumpe aus.

Foto: TU Wien

"Ziel war es die Wärmeentwicklung, die beispielsweise durch einen elektromotorischen Antrieb der Pumpe zustande kommt, zu vermeiden. Die Wärme die entsteht wird auf das Blut übertragen. Mohl ist an uns mit dem Wunsch herangetreten, eine Pumpe mit pneumatischem Luftantrieb zu konstruieren, die nicht gekühlt werden muss", erklärt Projektleiterin und Universitätsdozentin Margit Gföhler vom Institut für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik der TU Wien in einer Mitteilung der TU.

Die Herzkatheterpumpe ist für eine kurzfristige Überbrückung nach einer Operation oder nach einem Herzinfarkt gedacht. Sie soll für maximal fünf bis zehn Tage eingesetzt werden.

Forscher der TU Wien entwickeln Mini-Herzpumpe mit Luftantrieb

Grafik der neuen Mini-Herzpumpe

Foto: TU Wien

Über einen Schlauch wird die Pumpe mit Druckluft angetrieben. Das Blut, das gefördert wird, ist natürlich hermetisch abgetrennt von der Druckluft. Das angestrebte Fördervolumen soll fünf Liter pro Minute betragen. Aus konstruktionstechnischer Sicht ist die Herzkatheterpumpe mit ihren technischen Eckdaten eine sehr herausfordernde Aufgabe.

Ein zweiter Prototyp wurde nun in Zusammenarbeit mit dem Institut für Werkstoffwissenschaften und Werkstofftechnologie der TU Wien aus einer Keramik angefertigt. Das Projekt ist von der FFG (Forschungsförderungsgesellschaft) mit einem Innovationscheck unterstützt worden. Die Wissenschaftler planen eine Fortsetzung ihres Forschungsprojektes und möchten es im Rahmen des FWF-Förderprogrammes BRIDGE einreichen.

Video: http://www.tuwien.ac.at/flash_video/090618herzpumpe/

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