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Ärzte Zeitung online, 26.08.2009

Eiweiß im Harn? So wird das Risiko für Herz und Nieren schnell bestimmt

MÜNCHEN (wst). Quantitative Albuminurie-Messungen sollten verstärkt zur Früherkennung renaler und kardiovaskulärer Risiken sowie zur Therapiekontrolle bei albuminurieassoziierten Erkrankungen wie Diabetes und Hypertonie herangezogen werden. Dabei müssen bereits hoch normale Albuminuriebefunde als suspekt erachtet werden.

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Foto: PhotoDisc

Diese zuletzt auch auf dem diesjährigen Treffen der Europäischen Hypertoniegesellschaft (ESH) in Mailand verkündete Botschaft hat Professor Eberhard Ritz aus Heidelberg bei einer Post-ESH-Veranstaltung in München betont. Wie er auf der vom Unternehmen Daiichi-Sankyo ausgerichteten Veranstaltung erinnerte, wurde der Zusammenhang zwischen steigenden Mikroalbuminurie-Werten und der Wahrscheinlichkeit, eine manifeste Nephropathie oder ein kardiovaskuläres Ereignis zu entwickeln, zunächst bei Diabetikern offensichtlich. Inzwischen wurde die Mikroalbuminurie aber auch bei Nichtdiabetikern als wichtiger Risikofaktor oder Risikoindikator für das Auftreten renaler und kardiovaskulärer Erkrankungen erkannt.

Wie Langzeit-Ergebnisse aus der Framingham-Studie belegen, sind dabei selbst bei Menschen mit sonst günstigem kardiovaskulärem Risikoprofil bereits noch als hoch normal geltende Albuminausscheidungen mit einer im weiteren Verlauf signifikant erhöhten kardiovaskulären und renalen Komplikationsrate verknüpft. Nicht zuletzt deshalb wird über eine Herabsetzung des Albuminuriegrenzwertes auf ein Drittel des bislang den Beginn einer pathologischen Mikroalbuminurie definierenden Wertes von 30 mg Albumin im 24-Stunden-Sammelurin nachgedacht.

Neue Daten belegen, dass das Absenken einer bestehenden Mikroalbuminurie durch therapeutische Interventionen wie Optimierung der Blutzucker- und Blutdruckeinstellung sowohl die renale als auch kardiovaskuläre Prognose bessert. Dabei haben für die Albuminuriereduktion speziell ACE-Hemmer und Sartane bekanntlich einen über bloße blutdruckvermittelte Effekte hinaus gehenden Nutzen belegt. Möglicherweise wird dieser exklusiv von Hemmern des Renin-Angiotensin-Systems geleistete Zusatznutzen über eine Modulation von Podozyten erreicht. Denn wie inzwischen bekannt, sind diese glomerulären Deckzellen, die über ihre Schrankenfunktion auch die renale Albuminausscheidung kontrollieren, mit Rezeptoren für Angiotensin ausgestattet.

Stichwort Mikroalbuminuriebestimmung in der täglichen Praxis

Goldstandard zum Nachweis und zur Quantifizierung einer Mikroalbuminurie ist die Albuminmessung im über 24 Stunden gesammelten Urin. Nach der derzeit noch gültigen Definition liegt dann bei einer täglichen Albuminausscheidung von 30 bis 300 mg eine Mikroalbuminurie vor. Diese Bestimmungsmethode ist jedoch aufwendig und infolge einer fragilen Sammelcompliance auch störanfällig, stellte Professor Ritz klar.

Einfachste, billigste und für die tägliche Praxisroutine durchaus ausreichende Methode ist deshalb die Erfassung einer Mikroalbuminurie mittels Teststreifen in einer Probe Morgenurin, so der Experte. Wird dabei eine Albuminkonzentration von 20 bis 200 µg/ml Urin angezeigt, entspricht dies in etwa dem Referenzbereich von 30 bis 300 mg im 24-Stunden-Sammelurin. Um Messfehler infolge eines variierenden Wassergehaltes des Harns auszuschließen, könnte im Morgenurin aber auch die Albumin/Kreatinin-Ratio bestimmt werden. Ein positiver Mikroalbuminurienachweis liegt bei dieser wieder etwas aufwendigeren Methode ab einem Wert von 20 mg/g vor.

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