Ärzte Zeitung online, 25.02.2010

Herzchirurgen klagen über Organmangel: Immer weniger Herztransplantationen

BERLIN (eb). Im Jahr 2009 wurden 347 Herztransplantationen in Deutschland vorgenommen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) mit. Damit sei die Zahl der transplantierten Herzen in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen.

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Ein Spendetattoo auf der Brust: Werbekampagne wie diese sollen die Bereitschaft für Organspenden erhöhen. © Gesundheitssenats Berlin

Grund für den Rückgang der Herztransplantationen sei nicht der geringe Bedarf, sondern die mangelnde Bereitschaft zur Organspende, betonte DGTHG-Präsident Friedhelm Beyersdorf bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen.

"Rund 950 Menschen warten zurzeit in Deutschland auf eine Herztransplantation. Bei vielen ist das Herz so geschwächt, dass sie an das Krankenbett gefesselt sind oder sogar täglich mit dem Tod ringen.

Die zurückgehende Bereitschaft der Deutschen, Organe im Todesfall zu spenden, um anderen Menschen ein Weiterleben zu ermöglichen, darf nicht weiter hingenommen werden. Hier ist die gesamte Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Zusätzlich muss auch die Zahl der Transplantations-Koordinatoren in den Krankenhäusern gesteigert werden", so Beyersdorf.

Insgesamt führten die deutschen Herzchirurgen im vergangenen Jahr knapp 120 000 Operationen durch. Bemerkenswert ist der weitere Anstieg des durchschnittlichen Alters der Patienten. 50 Prozent aller in Deutschland 2009 am Herz operierten Personen waren über 70 Jahre alt, fast zwölf Prozent sogar über 80 Jahre. Hintergrund dafür sei der demografische Wandel, gleichermaßen aber auch der medizinische Fortschritt, der es möglich mache, auch ältere Menschen erfolgreich zu operieren. Auch Früh- und Neugeborene, Säuglinge sowie Kleinkinder mit angeborenen Herzfehlern profitieren. "Fast 2 700 unserer Patienten im Jahr 2009 waren noch kein Jahr alt", sagte Beyersdorf.

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