Ärzte Zeitung online, 26.09.2010

26. September ist Weltherztag: Schützen Sie Ihr Herz!

NEU-ISENBURG (sab). Die Deutsche Herzstiftung startet zum Weltherztag am 26. September die bundesweite Gesundheitsaktion "Herzgesund arbeiten". Die Aktion wird gemeinsam mit dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) mit seinen rund 3 000 ärztlichen Mitgliedern durchgeführt. Informationsmaterialien unterstützen die Initiative.

26. September ist Weltherztag: Schützen Sie Ihr Herz!

"I Work with Heart" - das Poster zum Weltherztag.

© World Heart Federation

Unternehmen und Arbeitnehmer können sich kostenlos in Form von Broschüren, Aktionsplakaten und Faltblättern der Herzstiftung über Herzinfarkt, Herz-Kreislauf-Risiken und Vorbeugungsmöglichkeiten dieser und weiterer chronischer Leiden wie Diabetes und Bluthochdruck informieren.

Jeder Vierte arbeitet die Mittagspause durch

Durcharbeiten ohne Pause, arbeiten bis in den späten Abend oder am Wochenende bei ständiger Erreichbarkeit sind keine Seltenheit. Das belegt eine Forsa-Umfrage der DAK und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe belegt: Jeder vierte Arbeitnehmer verbringt die Mittagspause mit beruflicher Arbeit. Der Trend zu einer Arbeitswelt, die von hoher Arbeitsbelastung und wachsender Beschleunigung geprägt ist, dürfte es Berufstätigen zunehmend erschweren, auch beim Arbeiten einen gesunden Lebensstil konsequent zu pflegen.

Prävention am Arbeitsplatz wird immer wichtiger

Durch die verlängerte Lebensarbeitszeit und die demografische Entwicklung werden Menschen künftig auch über das 65. Lebensjahr hinaus beschäftig sein. Sie gehören zur Hauptrisikogruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention werden deshalb von zunehmender Bedeutung. Neben dem Erhalt der Gesundheit der Mitarbeiter können laut der Initiative Gesundheit & Arbeit durch betriebliche Gesundheitsförderung die Krankheitskosten und Fehlzeiten um etwa 26 Prozent reduziert werden.

Nach Schätzungen verursachen Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Rauchen zusammengenommen weltweit rund 80 Prozent der Todesfälle in den Industriestaaten verantwortlich, die infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall auftreten. An diesen Erkrankungen sterben jährlich rund 350 000 Menschen in Deutschland. Da ist es nur folgerichtig, einen gesunden Lebensstil auch im Berufsalltag zu fördern, um diese Risikofaktoren, die ebenso für andere schwer wiegende Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes gelten, so früh wie möglich zu erkennen und zu vermeiden.

Ungesunder Lebensstil verursacht 80 Prozent der Todesfälle in Industriestaaten

Herzinfarkte gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jedes Jahr sterben über 60 000 Menschen an einem Herzinfarkt. Jeder vierte Infarktpatient stirbt, bevor er in die rettende Klinik kommt, weil zu lange gewartet und so eine rasche Behandlung verhindert wurde.

Bei Infarktverdacht scheuen Betroffene, Angehörige und Helfer häufig den Rettungsdienst (112) anzurufen. Oft wird bei einem Herznotfall anstelle der 112 der Hausarzt oder der ärztliche Notdienst angerufen. "Ein lebensgefährlicher Umweg", warnt Professor Hans-Jürgen Becker, Herzspezialist und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Selbst wenn der Hausarzt kommt, kann er nichts anderes tun, als die 112 anzurufen. Das kostet den Betroffenen wertvolle lebensrettende Zeit, in der die verheerenden Folgen des Herzinfarkts ihren Lauf nehmen.

Kostenloses Informationspaket der Deutschen Herzstiftung

Das kostenlose Informationspaket der Herzstiftung zur Aktion besteht aus einem Herzinfarkt-Risikotest, Plakaten, Faltblättern und Informations-Broschüren. Auch erfahren Berufstätige das Wichtigste über herzgesunde mediterrane Ernährung und ihre vorbeugende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und bekommen Tipps für ein persönliches Bewegungsprogramm, das sich auf der Arbeit umsetzen lässt. Darüber hinaus bietet die Herzstiftung Vorträge an.

Das kostenlose Paket gibt es bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main, Tel.: 069 / 955128-0, E-Mail: info@herzstiftung.de

www.herzstiftung.de/Weltherztag-2010

Weitere Initiativen zum Weltherztag 2010:

diabetesDE empfiehlt allen Diabetikern, ein- bis zweimal im Jahr beim Arzt ihre Blutfettwerte (LDL- und HDL-Cholesterine sowie Triglyzeride) bestimmen und ihre Gefäße untersuchen zu lassen. Beim Abtasten der Pulse an den Beinen und am Hals tastet und mit durch Abhören der Arterien per Stethoskop können Ärzte feststellen, ob es eventuell Anhaltspunkte für Atherosklerose gibt. Ein genaueres Bild ergeben eine Ultraschall-Doppleruntersuchung der Beinarterien und ein EKG.
Diabetiker sollten bei ihren Kontrolluntersuchungen mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob und wann bei ihnen auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und ein Besuch beim Herzspezialisten notwendig ist.
www.diabetesde.org/ueber_diabetes/begleiterkrankungen/koronare_herzkrankheit_khk/

Tipps zur Prävention am Arbeitsplatz:

"Kurze Dehn- und Streckübungen zwischendurch, Treppensteigen anstelle des Fahrstuhls, Spazierengehen in der Mittagspause oder eine Haltestelle eher aussteigen und so den Fußweg verlängern: Verbunden mit einer herzgesunden Ernährung ist damit bereits viel für die Vorbeugung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und anderer Leiden wie Diabetes getan", betont Professor Helmut Gohlet, Chefarzt im Herz-Zentrum Bad Krozingen und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung.
So könne ein 55-jähriger Mann bei 80 kg Körpergewicht schon allein mit 2,5 Stunden Joggen pro Woche (entspricht 2 000 kcal/Woche) über eine Zeit von zehn Jahren sein Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 40 Prozent senken.

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