Ärzte Zeitung online, 25.01.2011

Reinere Luft, bessere Gefäßfunktion

Eine Verringerung der Luftbelastung mit Feinstaub und Rauchpartikel wirkt sich anscheinend günstig auf die Blutgefäße aus. Einer neuen Studie zufolge verbessert sich nach entsprechender Luftreinigung die Funktion des Gefäßendothels.

Reinere Luft, bessere Gefäßfunktion

Brennendes Holz: Rauch und Partikel können eine ungünstige Wirkung auf die Gefäße haben.

© Carmen Steiner / fotolia.com

BURNABY (ob). Luftverschmutzung geht mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einher. Eine solche Assoziation ist in bisherigen Studien primär in den vor allem mit Emissionen aus Kraftfahrzeugen belasteten städtischen Ballungsgebieten nachgewiesen worden.

Ein Team kanadischer Forscher um Dr. Ryan W. Allen aus Burnaby liefert nun Anhaltpunkte dafür, dass auch eine aus anderen Quellen stammende Luftverunreinigung die Gefäße in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Für ihre Studie haben die Untersucher eine Kleinstadt in British Columbia aufgesucht, in der die Luftqualität vor allem unter der in den meisten Häusern noch üblichen Nutzung von Holzöfen leidet.

Um zu klären, welche vaskulären Auswirkungen die durch Holzfeuerung bedingte Luftverschmutzung hat, wurde ein ganz besonderes Studiendesign entworfen (Am J Respir Crit Care Med 2011, online).

In 25 Haushalten, von denen 13 mit Holz heizten, rekrutierten die Forscher ihr aus 45 Erwachsenen bestehendes Studienkollektiv.

Jeder Haushalt wurde mit jeweils zwei Schwebstofffiltern (Hepa-Filter) ausgestattet, die für die Dauer von zwei Wochen im Wohn- und Schlafzimmer installiert wurden. Sie entfernen Schadstoffe wie Feinstaub und Rauchpartikel aus der Raumluft.

Sieben Tage lang war der Filter tatsächlich in Betrieb, an den anderen sieben Tagen dagegen nicht. In welcher Woche die Raumluft filtriert und in welcher nicht filtriert wurde, wussten die Teilnehmer nicht.

Um die Auswirkungen der unterschiedlichen Luftqualität auf die Gefäße zu erfassen, wurde am Ende jeder Phase die reaktive Hyperämie nach vorübergehender, per Armmanschette induzierter Ischämie gemessen.

Die graduelle Blutflusszunahme nach Aufhebung der Blutstauung gilt als Indikator für die mikrovaskuläre endothelabhängige Vasodilatation.

In der Phase der aktiven Filterung verringerte sich die Belastung durch Feinstaub um fast 60 Prozent und die Belastung durch Rauchpartikel um 75 Prozent.

Parallel dazu erhöhte sich der Index für die reaktive Hyperämie moderat um 9,4 Prozent. Gleichzeitig war mit Blick auf den Entzündungsparameter CRP eine Reduktion 32,6 Prozent zu verzeichnen. Unverändert zeigten sich dagegen die gemessenen Marker für oxidativen Stress.

Nach Ansicht der Autoren stützen diese Ergebnisse die Hypothese, dass systemische Entzündungsprozesse und Einschränkungen der Endothelfunktion - beide werden als Prädiktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen angesehen - durch eine Reduktion der Luftverschmutzung günstig beeinflusst werden.

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