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Ärzte Zeitung online, 03.02.2011

Nutzen der Statine ist unabhängig vom CRP-Wert

Der Grad der systemischen Entzündung - widergespiegelt im C-reaktiven Protein (CRP) - ist ohne Bedeutung für die klinische Wirksamkeit von Statinen. Der CRP-Wert ist deshalb kein Kriterium zur Identifizierung von Patienten, die von einer Statintherapie besonders profitieren.

Nutzen der Statine ist unabhängig vom CRP-Wert

Statine: Der CRP-Wert taugt offenbar nicht zum idealen Gradmesser, ob die Therapie anschlägt.

© dpa

OXFORD (ob). Diesen Schluss ziehen Forscher der in Oxford ansässigen "Heart Protection Study Collaborative Group" aus einer neuen Analyse von Daten ihrer umfangreichen Studie (Lancet online).

Zur Erinnerung: In der "Heart Protection Study" (HPS) sind mehr als 20.000 Patienten mit erhöhtem Risiko für vaskuläre Ereignisse fünf Jahre lang mit Simvastatin (40 mg/Tag) oder Placebo behandelt worden. Simvastatin reduzierte in dieser Zeit die Rate klinischer Ereignisse wie kardialer Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall signifikant um 24 Prozent.

Bei ihrer aktuellen Analyse ging es den HPS-Forschern um die Klärung der Frage, ob die Höhe der CRP-Spiegel zu Therapiebeginn das Ausmaß der mit Simvastatin erreichten Risikoreduktion beeinflusst hat.

Post-hoc-Analysen vorangegangener Studien schienen die Vermutung zu bestärken, dass Statine bei Patienten mit hohen CRP-Werten von größeren Nutzen sind als bei Patienten mit niedrigen CRP-Spiegeln.

Die neuen HPS-Daten widersprechen dieser Hypothese. Je nach Höhe ihrer Ausgangs-CRP-Spiegel sind die Studienteilnehmer in sechs Gruppen eingeteilt worden.

Der Vergleich dieser Gruppen ergab keine Anhaltspunkte für eine unterschiedliche proportionale Wirksamkeit von Simvastatin. In allen sechs Gruppen war die Risikoreduktion durch Simvastatin signifikant.

Auch bei Patienten mit den niedrigsten CRP-Ausgangswerten reduzierte das Statin die Rate kartdiovaskulärer Ereignisse signifikant um 29 Prozent.

Ein Kollektiv von Patienten, von denen gleichzeitig LDL-Cholesterin- und CRP-Werte vorlagen, ist von den Forschern in vier Gruppen eingeteilt worden - je nachdem, ob der LDL-Wert oder der CRP-Wert oder aber beide Werte zu Beginn hoch oder niedrig waren.

Auch zwischen diesen vier Gruppen bestand kein signifikanter Unterschied in der proportionalen Risikoreduktion durch Simvastatin.

Selbst in der Gruppe mit niedrigen LDL- und CRP-Werten war eine signifikante relativ Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen um 27 Prozent zu verzeichnen. Waren beide Werte hoch, betrug die Reduktion 23 Prozent.

Die HPS-Forscher ziehen daraus den Schluss: Es spricht nichts für die Hypothese eines variablen Nutzens der Statintherapie in Abhängigkeit von der Höhe der CRP-Ausgangswerten als Maß für die systemische Inflammation. Dies gilt nach ihrer Ansicht wohl nichts nur für Simvastatin, sondern vermutlich auch für andere Statine.

Viel ist über die vermeintlichen pleiotropen Effekte der Statine diskutiert worden. Unter anderem sollen sie aufgrund ihrer - von Lipideffekten unabhängigen - antiinflammatorischen Wirkmechanismen zur Plaque-Stabilisierung beitragen können.

Die HPS-Autoren begegnen dieser Hypothese allerdings eher mit Skepsis. Nach ihrer Ansicht gibt es vielmehr gute Gründe für die Annahme, dass vor allem das absolute Ausmaß der LDL-Cholesterinsenkung die entscheidende Größe für den mit Statinen erreichbaren klinischen Nutzen ist.

Der Status von CRP als kardiovaskulärer Risikomarker wird durch die neuen HPS-Ergebnisse allerdings nicht in Zweifel gezogen. Auch in HPS korrelierten die Höhe der CRP-Spiegel direkt mit dem absoluten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.

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