Donnerstag, 24. Mai 2012
Ärzte Zeitung online, 17.02.2011

Mit ballaststoffreicher Ernährung lebt man länger

Wer regelmäßig viel Müsli, Vollkornbrot, Obst und Gemüse isst, darf davon ausgehen, gute Voraussetzungen für ein längeres Leben zu schaffen. Wissenschaftlich beglaubigt wird diese Annahme jetzt durch Daten der bislang größten Studie zum Zusammenhang zwischen Ballaststoffen und Lebenserwartung.

Mit ballaststoffreicher Ernährung lebt man länger

Gedeckt für ein langes Leben: Wer sich regelmäßig so ernährt, hat offenbar ein geringeres Risiko für Tod durch Infektionen, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

© Luftbildfotograf / fotolia.com

ROCKVILLE (ob). Nach Ergebnissen dieser Studie wirkt sich eine ballaststoffreiche Ernährung eindeutig lebensverlängernd aus.

Nicht nur das Risiko für einen kardiovaskulär verursachten Tod nimmt ab, sondern auch das durch Infektionen oder Atemwegserkrankungen bedingte Sterberisiko (Arch Intern Med 2011, online).

Die bei 219.123 Männern und 168.999 Frauen über einen Zeitraum von neun Jahren erhobenen Daten stammen aus einer großen prospektiven Beobachtungsstudie in den USA. In dieser Zeit starben von den Studienteilnehmern 20.126 Männer und 11.330 Frauen.

Analysiert wurde, wie hoch das Sterberisiko in Relation zur Aufnahme von Ballaststoffen aus Getreideprodukten, Obst oder Gemüse in der Nahrung war. Angaben zu Ernährungsgewohnheiten waren mithilfe eines umfangreichen Fragebogens zu Studienbeginn eingeholt worden.

Je nach Ballaststoffzufuhr wurden die Studienteilnehmer fünf Gruppen (Quintile) zugeordnet. Die Menge an täglich aufgenommenen Ballaststoffen bewegte sich zwischen 13 g und 29 g (Männer) und 11 g bis 26 g (Frauen).

Wie die Auswertung ergab, war die Sterberate in dem Quintil mit der höchsten Ballaststoffzufuhr im Vergleich zum Quintil mit der niedrigsten Menge an nicht resorbierbaren Nahrungsstoffen signifikant um 22 Prozent niedriger - bei Frauen ebenso wie bei Männern.

Eine ballaststoffreiche Ernährung verringerte dabei das Risiko für einen Tod infolge kardiovaskulärer, infektiöser oder respiratorischer Erkrankungen um 24 bis 56 Prozent bei Männern und um 34 bis 59 Prozent bei Frauen.

Die Assoziation mit einer Abnahme der durch Infektionen und Atemwegserkrankungen bedingten Mortalität bedarf nach Ansicht der Studienautoren noch der Bestätigung in weiteren Studien.

Eine inverse Beziehung zwischen Nahrungsballaststoffen und Krebserkrankungen wurde nur bei Männern, nicht jedoch bei Frauen beobachtet.

In der Studie waren primär aus Getreide stammende Ballaststoffe mit einer niedrigeren Sterberate assoziiert.

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