Ärzte Zeitung, 19.07.2011

Kommentar

Siesta für höhere Leistungen

Von Michael Hubert

Nein, diesmal kommt der Vorschlag zum Powernapping in der Mittagspause nicht von Gewerkschaftern und Sozialdemokraten. Diesmal ist Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, der Initiator. Was mag diesen Menschen umtreiben? Liegt ihm das Wohl der Mitarbeiter am Herzen oder doch eher eine mögliche Effizienzsteigerung des Humankapitals?

Nun muss nicht immer gleich Schlechtes vermutet werden, wenn "die andere Seite" etwas vorschlägt - das gilt für Unternehmer und Gewerkschafter. Denn Powernapping könnte zu einer echten Win-Win-Situation werden. Schließlich nützt ein kurzes Mittagsschläfchen der eigenen Herzgesundheit und steigert gleichzeitig die Leistungsfähigkeit.

Doch so schön dieser doppelte Gewinn anmutet, gibt es doch den einen oder anderen Haken. Erstens geht Powernapping nicht auf Knopfdruck. Es muss erlernt werden. Zweitens ist eine gesellschaftliche Akzeptanz nötig. Sonst wird der Kollege, der Siesta macht, nur müde belächelt oder - noch schlimmer - als Arbeitsverweigerer angesehen. Für den notwendigen Klimawandel in der Gesellschaft gibt es aber keinerlei Anzeichen. Powernapping bleibt somit nur ein Sommerlochthema.

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