Ärzte Zeitung online, 28.09.2011

Weltrekord: Massen-Reanimation im Olympiastadion

BERLIN (HD/ak). 250 Intensivmediziner versuchen am 1. Oktober 2011 um 16.30 Uhr im Berliner Olympiastadion vor dem Fußballspiel Hertha BSC gegen 1. FC Köln den Weltrekord zu brechen: In einem 30-minütigen Training sollen mehr als 7909 Menschen gleichzeitig lernen, wie sie im Notfall Leben retten.

Weltweit größter Wiederbelebungskurs im Berliner Olympiastadion

Das Olympiastadion in Berlin ist Schauplatz für einen Weltrekordversuch im Leben retten.

© dpa

Aber auch alle anderen Bewohner Berlins erhalten die Möglichkeit, an einem kostenlosen Reanimationskurs teilzunehmen. Vom 1. bis 3. Oktober 2011 steht dazu eine mobile Wiederbelebungs-Station (Wheels of LIFE-Truck) mit voll ausgestatteter Intensivstation nahe dem Brandenburger Tor auf der Straße des 17. Juni.

Um die Laienreanimationsquote in Europa zu steigern, hat die ESICM die LIFE-Kampagne (Linking Intensive care to Family Experience) ins Leben gerufen.

Viel zu selten beginnen Laien vor Ort mit der Wiederbelebung bevor der Notarzt eintrifft. Nur bei etwa 20 Prozent aller Reanimationen führen anwesende Laien die lebensrettenden Sofortmaßnahmen durch. Dabei verdoppelt ihr schnelles Eingreifen die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Spontankreislauf wieder herstellt.

Die Europäische Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM, European Society of Intensive Care Medicine) startet daher gemeinsam mit dem European Resuscitation Council (ERC) und dem German Resuscitation Council (GRC) den weltweit größten Wiederbelebungskurs am 1. Oktober 2011 in Berlin anlässlich ihres 24. Jahreskongresses ESICM LIVES 2011.

Jedes Jahr eine Kleinstadt retten

In Deutschland sterben jedes Jahr fast 60.000 Menschen trotz Wiederbelebungsmaßnahmen nach einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand.

Durch eine bessere Laienreanimation und optimierte Therapie könnten pro Jahr in Deutschland etwa 20.000 Patienten mehr überleben - das entspricht der Bevölkerung einer Kleinstadt.

Vor allem die schnelle Wiederbelebung vor Ort ist entscheidend. Denn das menschliche Gehirn ist bereits nach fünf Minuten ohne Herzdruckmassage unwiderruflich geschädigt.

Obwohl es in etwa 40 Prozent der Fälle zunächst gelingt, einen Spontankreislauf wiederherzustellen, können letztlich nur etwa 10 Prozent aller Patienten das Krankenhaus mit einem guten neurologischen Ergebnis verlassen.

Diese Zahlen haben sich in den letzten Jahren europaweit nicht wesentlich verbessert.

Tour durch mehrere Städte

Berlin ist nur die erste Station der mobilen Intensivstation. Paris, London, Barcelona, Mailand und viele weitere Städte in Europa sind Teil der Wheels of LIFE-Tour.

Die LIFE-Kampagne der ESICM hat aber noch mehr zu bieten: Die europäische Fachgesellschaft sammelte im letzten Jahr mehr als 400 Geschichten von Notfallpatienten.

Eine Auswahl der bewegendsten Fälle von der Intensivstation können Besucher an mehr als 150 öffentlichen Orten in ganz Berlin auf Postkarten und Postern lesen.

Die Firmen GE Healthcare und Kimberly Clark sponsern die LIFE-Kamapgne.

Terminhinweise

Weltrekordversuch
Termin: Samstag, 1.Oktober 2011, 16 Uhr
Ort: Olympiastadion Berlin, vor dem Heimspiel HERTHA BSC gegen den 1. FC Köln
Teilnahme 30 Minuten-Training: Eintrittskarte für das Fußballspiel.

Verlosung:
500 Eintrittskarten HERTHA BSC gegen 1. FC Köln
Teilnahme: Mail mit "LIFE-Weltrekord" an life@esicm-congress.org

"Wheels of LIFE-Tour”:
Termin: 1. Oktober 2011 bis 3. Oktober 2011; Ort: Berlin, Brandenburger Tor, Straße des 17. Juni

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