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Ärzte Zeitung, 16.04.2012

Keine Schrittmacher-Kontrolle mehr in Pflegeheimen

Die AOK Sachsen-Anhalt hat einen Vertrag mit Kardiologen gekündigt. Die Ärzte fürchten, dass nun wieder mehr Patienten ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen.

Von Petra Zieler

Keine Schrittmacher-Kontrolle mehr in Pflegeheimen

Kammer-Chefin Dr. Simone Heinemann-Meerz.

© Zieler

HALLE. Sachsen-Anhalts Kardiologen dürfen seit April keine Schrittmacher mehr in Pflegeheimen kontrollieren. Ein bis dato bestehender Vertrag wurde von der AOK Sachsen-Anhalt gekündigt.

Die AOK argumentiert, dass nur 30 von insgesamt 400 Pflegeeinrichtungen in den Vertrag einbezogen waren. Von daher sei es nicht möglich gewesen, die Vereinbarung auf alle Kardiologen im Lande und damit alle betroffenen AOK-Pflegeheimbewohner auszuweiten.

Dies dementiert die Hallenser Kardiologin und Präsidentin der Ärztekammer, Dr. Simone Heinemann-Meerz. Entsprechende Bemühungen habe es nie gegeben.

Sie verweist auf Thüringen, wo die AOK Plus und niedergelassene Kardiologen die "Pflegekardiologie" aus der Taufe gehoben haben und an dem Projekt nach wie vor festhalten.

Mehr Transporte, mehr Kosten?

Die Thüringer AOK begründet dies vor allem damit, durch die Vereinbarung steige die Lebensqualität der betroffenen Versicherten, belastende Krankenhauseinweisungen würden vermieden.

Und genau die stehen in Sachsen-Anhalt wieder für alle Pflegeheime auf der Tagesordnung. Allein für den April hat die Gemeinschaftspraxis für Kardiologie und Angiologie von Dr. Simone Heinemann-Meerz, Dr. Andreas Köhler und Dr. Claudia Schnürer in Halle 20 Schrittmacherkontrollen in Pflegeheimen vereinbart. 17 Heime hat allein diese Praxis in der Betreuung.

Heinemann-Meerz: "Die Regelversorgung deckt die gerätetechnische Versorgung der Heimbewohner nicht ab." Schrittmacherkontrollen aber seien überlebenswichtig.

Nicht gehfähige Patienten müssten nun wieder mit dem Rettungswagen in die Praxis gebracht werden. Das sorge nicht nur für höhere Kosten, sondern auch für Mehraufwand in den Praxen.

Manfred Uhlig von den Cura Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH hat ausgerechnet, dass die Zahl der Krankenbeförderungen seit Beginn der Zusammenarbeit mit den Kardiologen allein in den Einrichtungen seiner GmbH um 200 pro Jahr zurückgegangen sei.

Zudem mussten weniger Heimbewohner ins Krankenhaus eingewiesen werden, berichtet Uhlig. Für ihn ist die Entscheidung der AOK gegen den Vertrag "Kardiologie im Heim" ärgerlich und unverständlich.

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