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Ärzte Zeitung, 29.04.2013

Leitartikel

Feinstaub ruiniert die Gefäße

Autos, Fabriken, Landwirtschaft, Kraftwerke und Heizungen verpesten die Luft mit gesundheitsschädlichem Feinstaub. In belasteten Regionen ist die Lebenserwartung reduziert, zeigen Studien. Eine Ursache sind offenbar geschädigte Gefäße.

Von Thomas Meißner

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Je höher die Schadstoffbelastung in der Luft, desto höher das Krankheitsrisiko.

© Jean-Paul Bounine / fotolia.com

Wir schreiben gerade das "Jahr der Luft" der EU-Kommission. Die Menschen in Europa zieht es zunehmend in Ballungsräume. Dort atmen sie Luft, die sich unmittelbar auf ihr Leben auswirkt.

Denn das Mehr an Lebensqualität in Ballungszentren zahlt zumindest ein Teil der Menschen mit einem Weniger an Gesundheit und einem Verlust an Lebenszeit: Lärm und Feinstaub machen dem Körper zu schaffen.

Die Korrelationen von Lärm- und Feinstaubbelastung zu kardiovaskulären Krankheiten sind seit einiger Zeit bekannt. Nun finden Wissenschaftler auch auf zellulärer Ebene heraus, woran das liegen könnte.

"Wer in Großstädten wohnt, muss damit rechnen, dass er 18 Monate früher stirbt als Bewohner in Reinluftgebieten", sagte vor einigen Jahren der Angiologe Professur Curt Diehm aus Karlsbad.

Er bezog sich damit auf eine US-Studie zur Feinstaubbelastung in 51 Städten. Dabei war der Rückgang der Feinstaubkonzentration von 20,6 Mikrogramm/m3 Luft auf 14,1 Mikrogramm/m3 in den Jahren 1980 bis 2000 mit einer im Mittel um 2,7 Jahre verlängerten Lebenserwartung verbunden (NEJM 2009; 360: 376).

Vergangenes Jahr wies die Deutsche Diabetes Gesellschaft auf die diabetogenen Wirkungen von Feinstaub hin. Und beim kürzlich zu Ende gegangenen Kardiologenkongress in Mannheim war bekannt geworden, dass Straßenlärm und Feinstaub in der Luft unabhängig voneinander der Kalzifizierung der Arterien Vorschub leisten.

Mit jeder Zunahme der Partikelgröße bis zu 2,4 Mikrometer wächstdie Kalzifikation um 21 Prozent, und mit jeden 100 Metern Nähe zu Hauptverkehrsströmen um zehn Prozent, so eine Analyse der Daten von mehr als 4200 Menschen.

Wie schädigende Feinstaubpartikel die ungünstigen kardiovaskulären Effekte auslösen, war bislang nicht ganz klar. Ein deutsch-französisches Team konnte jetzt einige Zusammenhänge aufklären ...

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