Ärzte Zeitung, 19.05.2014

Herz-Kreislauf

Sterberisiko steigt mit dem Zuckerkonsum

Je höher der Zuckeranteil in der täglichen Kost, desto größer ist offenbar das Risiko, an einer kardiovaskulären Krankheit zu sterben. Das zeigt eine US-Studie.

Sterberisiko steigt mit dem Zuckerkonsum

Der Zucker-"Turm" könnte fatale Folgen haben.

© Joana Kruse / fotolia.com

ATLANTA. Hoher Zuckerkonsum begünstigt Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Dyslipidämie, Hypertonie und kardiovaskuläre Krankheiten. Wie stark hoher Zuckerkonsum dabei das kardiovaskuläre Sterberisiko erhöht, haben US-Forscher nun in einer prospektiven Studie bei 11.733 Erwachsenen untersucht (JAMA Intern Med 2014; 174: 516).

Innerhalb von im Schnitt 14,6 Jahren starben 831 der Probanden an Herz-Kreislauf-Krankheiten. Mit zunehmendem Zuckeranteil in der Nahrung stieg dabei die kardiovaskulär bedingte Sterberate, und zwar auch, wenn Einflüsse von Alter, Geschlecht, BMI und Lebensstil herausgerechnet wurden.

Risiko bei hohem Konsum um 38 Prozent erhöht

Die WHO rät, den Kalorienanteil aus Zucker unter 10 Prozent zu halten. Studienteilnehmer, die sich daran hielten, wurden mit Teilnehmern verglichen, die einen etwa doppelt so hohen Zuckeranteil in der Kost hatten (16 bis 21 Prozent).

Ergebnis: Bei hohem Konsum war das Risiko für einen kardiovaskulären Tod um 38 Prozent erhöht. Bei noch höherem Zuckerkonsum verdoppelte sich sogar die kardiovaskuläre Sterberate.

Betrug der mittlere ZuckerKalorienanteil in der Nahrung 11,4 Prozent, führte dies binnen 15 Jahren bei einem von 265 Probanden zu einem kardiovaskulären Tod (number needed to harm, NNH).

Bei einem Zuckeranteil von 25,2 Prozent in der Kost kam schon ein kardiovaskulärer Todesfall auf 22 Probanden. Bereits ein zuckerhaltiges Getränk am Tag steigert nach den Daten das kardiovaskuläre Sterberisiko, so die Forscher. (St)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »