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Ärzte Zeitung, 17.10.2016

Sicherheitsrisiko?

Mehr Autounfälle mit Herzschrittmacher

ICD-Träger sind doppelt so oft in Verkehrsunfälle verwickelt wie Personen ohne Herzschrittmacher.

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Autounfall: Da bei Arrhythmie-Patienten das Risiko bewusstlos zu werden erhöht ist, untersuchten Forscher, ob ICD-Träger mehr Verkehrsunfälle verursachen.

© Kadmy/Fotolia.com

ROM. Implantierbare Cardioverter-Defibrillatoren (ICD) werden bei lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen zur Prävention eines plötzlichen Herztodes eingesetzt. Sie dienen der Primärprävention, wenn ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Arrhythmien besteht oder der Sekundärprävention bei Patienten, die bereits solche Arrhythmien oder gar einen Herzstillstand überlebt haben.

Da bei Arrhythmie-Patienten das Risiko, bewusstlos zu werden grundsätzlich erhöht ist, untersuchte eine dänische Studie retrospektiv anhand von Registerdaten aus den Jahren 2008 bis 2012, ob ICD-Träger mehr Verkehrsunfälle verursachen. Verglichen wurden 4874 ICD-Patienten mit 9748 bzgl. Alter und Geschlecht gematchten Kontrollpersonen.

Als primärer Endpunkt galten alle tödlichen und nicht tödlichen Autounfälle. 80 Prozent der Studienteilnehmer waren Männer, das Durchschnittsalter betrug 66 Jahre.

Keine tödlichen Unfälle

Bei einer mittleren Follow-up-Zeit von 2,5 Jahren gab es im Beobachtungszeitraum von 4 Jahren 280 Autounfälle, davon 114 (2,3 Prozent) bei den ICD-Trägern und 166 (1,7 Prozent) in der Kontrollgruppe. Das ist ein signifikanter Unterschied von 51 Prozent zu ungunsten der ICD-Träger.

Allerdings kamen in der ICD-Gruppe keine tödlichen Unfälle vor, und die Zahlen waren unabhängig davon, ob das Device zur Primär- oder Sekundärprävention implantiert worden war.

Ob der Unterschied allerdings angesichts der relativ niedrigen absoluten Zahlen auch praxisrelevant ist, ist eine andere Frage. Bei dieser Fragestellung sei die öffentliche Sicherheit gegenüber der Lebensqualität der ICD-Patienten abzuwägen, so Studienautorin Dr. Jenny Bjerre, Kopenhagen, beim ESC-Kongress in Rom.

Generelles Fahrverbot für Berufskraftfahrer empfohlen

Nach Empfehlungen der Europäischen Herz-Rhythmus-Gesellschaft (EHRA) gilt für Berufskraftfahrer mit Implantierbaren Cardioverter-Defibrillatoren sowieso ein generelles berufliches Fahrverbot. Privatfahrer dürfen nach einer ICD-Implantation zur Sekundärprävention drei Monate bzw. zur Primärprävention vier Wochen kein Auto fahren.

Nach Schockabgabe müssen Privatfahrer ebenfalls ein mindestens 3-monatiges Fahrverbot einhalten, anschließend sollte der Arzt die Fahrtauglichkeit erneut überprüfen, empfiehlt die Deutsche Herzstiftung. Weil die Studie retrospektiv war, kann man nicht schlussfolgern, dass ICDs das Risiko für Verkehrsunfälle erhöhen.

Denn die Kontrollgruppe war gesünder und nahm weniger Medikamente. Daher liegt nahe, dass die beobachtete höhere Unfallrate bei ICD-Trägern eher der zugrundeliegenden kardiovaskulären Erkrankung als dem Device geschuldet ist, erklärte Bjerre.

Bisher liegen leider noch keine Daten vor, ob bei den aufgetretenen Verkehrsunfällen womöglich auch Schockabgaben eine Rolle spielten, das wir zurzeit noch ausgewertet. (ufo)

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