Ärzte Zeitung, 29.01.2004

Fixkombination bei Hypertonie schützt Herz und Nieren

Neue Studienergebnisse zu Perindopril plus Indapamid

BONN (ner). Die niedrigdosierte initiale Kombinationstherapie mit Perindopril und Indapamid bietet außer einer raschen Blutdruckkontrolle noch weitere Vorteile: Kardio- und nephroprotektive Wirkungen sowie den Schutz vor kardiovaskulären Ereignissen.

Jeder zweite Hypertonie-Patient habe eine linksventrikuläre Hypertrophie mit erhöhtem Schlaganfall- und Herzinsuffizienz-Risiko, sagte Privatdozent Reinhard G. Ketelhut aus Berlin bei einer vom Unternehmen Servier unterstützten Veranstaltung in Bonn.

Hinzu komme oft ein vergrößerter linker Vorhof. Dies hat negative Auswirkungen auf die Pumpfunktion des Organs. Durch die Blutdrucksenkung vermindere sich die linksventrikuläre Muskelmasse und somit sinke die Morbiditäts- und Sterberate, so Ketelhut.

In einem Direktvergleich von Atenolol und der Fixkombination aus Indapamid und Perindopril (Preterax®) wurde der Blutdruck bei den kombiniert behandelten Patienten relativ stärker gesenkt. Zugleich war nach einem Jahr eine deutlich geringere linksventrikuläre Muskelmasse gemessen worden als in der Vergleichsgruppe, sagte Ketelhut.

Professor Teut Risler aus Tübingen machte auf die nephroprotektiven Effekte der Fixkombination bei bereits gestörter Nierenfunktion aufmerksam, wie sie bei Diabetikern vorkommt. Für ACE-Hemmer sei nachgewiesen, daß sie das Auftreten einer Niereninsuffizienz verzögern können. Bei nur leicht beeinträchtigter glomerulärer Filtrationsrate könne das Niereninsuffizienz-Risiko sogar auf Null sinken.

In der PREMIER-Studie waren bei 452 Typ-2-Diabetikern mit abnormalen Albuminurie-Werten die nephroprotektiven Wirkungen von Enalapril 10 bis 20 mg und dem Kombinationspräparat - ein bis zwei Tabletten täglich - verglichen worden.

Nach einem Jahr ergab sich ein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen: Mit Enalapril sank die Albuminurie um 27 Prozent, mit der Kombitherapie dagegen um 42 Prozent. Die Rate der kardiovaskulären Ereignisse wurde um 60 Prozent reduziert.

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