Ärzte Zeitung, 12.05.2004

Was ist die beste Therapie-Option bei engen Nierenarterien?

Stents bei Abgangs- oder Restenosen / Patienten mit Hochdruck und Niereninsuffizienz profitieren häufig nicht von Dilatation

MANNHEIM (wst). Bei Nierenarterienstenosen stehen medikamentöse Therapien, eine perkutane transluminale Angioplastie (PTA) und Bypaß-Operation zur Disposition. Für welche Patienten welche Option die günstigste ist, muß noch in größeren kontrollierten prospektiven Studien geklärt werden.

Dieses Fazit hat Professor Peter W. de Leeuw aus Maastricht in den Niederlanden in seinem Beitrag zum Kardiologenkongreß in Mannheim gezogen.

Wie de Leeuw erläuterte, wird der Erfolg einer Therapie bei Nierenarterienstenosen vor allem daran gemessen, inwieweit es damit gelingt, den oft sehr hohen Blutdruck zu senken und die Nierenfunktion zu verbessern. Bislang gibt es zuwenige Daten für einen zuverlässigen Vergleich zwischen den Therapie-Alternativen.

Bei fibromuskulär-dysplastisch bedingten Stenosen etwa hat die PTA einen relevanten Vorteil im Vergleich zu konservativen Maßnahmen. Bei den wesentlich häufigeren atherosklerotisch bedingten Nierenarterienstenosen ist die Situation weitaus unklarer.

Metaanalysen der wenigen Studien, die zu einem Vergleich von PTA und medikamentöser Therapie gemacht wurden, belegen bestenfalls einen tendenziellen Vorteil zugunsten der PTA bei Blutdrucksenkung und Nierenfunktionsverbesserung. Möglicherweise liegt dies auch daran, daß Patienten bislang zu spät dilatiert werden und dann bereits irreversible Folgeschäden hatten, oder daß Patienten in den Studien zu undifferenziert für die PTA ausgewählt wurden.

Zur invasiven Therapie bei Nierenarterienstenosen stand bis 1980 nur die operative Umgehungsplastik zur Verfügung. Seither kommt überwiegend die PTA zum Einsatz. Seit 1990 besteht die Möglichkeit, die renale PTA mit einer Stentimplantation zu ergänzen. Auch die Frage, welche dieser drei invasiven Möglichkeiten für welche Patienten die beste ist, bedürfe noch der Klärung, so de Leeuw weiter.

Nach vorläufigen Empfehlungen ist bei PTA ein Stent vor allem immer dann sinnvoll, wenn eine ostiale Stenose vorliegt oder wenn es nach einer PTA zu einer Restenose kommt.

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