Ärzte Zeitung, 09.07.2004

Fixkombi läßt große Herzen kleiner werden

Perindopril/Indapamid im Test bei hypertonen Patienten

HANNOVER (hbr). Patienten mit linksventrikulärer Hypertrophie (LVH) haben bekanntlich ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit. Mit der Kombination aus Perindopril/Indapamid nimmt die Linksherz-Hypertrophie stärker ab als bei der Monotherapie mit einem Betablocker.

Als Folgekrankheit einer Hypertonie entwickeln viele Patienten eine Linksherz-Hypertrophie. Die internationale Studie REASON (Preterax and Regression of Arterial Stiffness in a controlled double blind study) hat jetzt die Wirkung des kombinierten Blutdrucksenkers Perindopril/Indapamid (Preterax®) auf die linksventrikuläre Hypertrophie untersucht. Das Präparat enthält 2 mg des ACE-Hemmers und 0,625 mg des Diuretikums als fixe Kombination. Verglichen wurde es mit dem Betablocker Atenolol.

124 Patienten mit LVH und Hypertonie nahmen an der Untersuchung teil, wie Professor Peter Trenkwalder vom Klinikum Starnberg beim Diabetes-Kongreß in Hannover berichtete. Ihr mittleres Alter betrug 53 Jahre. Der diastolische Blutdruck lag zu Beginn zwischen 95 und 110 mmHg. 70 Probanden nahmen die Fixkombination, 54 nahmen Atenolol in einer Startdosis von 50 mg ein. Die Dosierungen konnten angepaßt werden, um die Blutdruckziele zu erreichen.

Das Ergebnis nach zwölf Monaten: Im Vergleich zu dem Betablocker mit einer Verringerung um 5,3 g/m² verminderte das Kombinationspräparat die Linksherz-Hypertrophie um 11,3 g/m² und damit signifikant stärker.

Auch in der 24-Stunden-Blutdruckmessung schnitt die Kombination besser ab (minus 14 mmHg im Vergleich zu minus 9 mmHg systolisch). Gleiches gilt für die Gleichmäßigkeit der Blutdrucksenkung, also das Vermeiden von Ausreißern, berichtete Trenkwalder bei einer vom Unternehmen Servier unterstützten Veranstaltung.

Eine weitere Studie habe eine effektivere Blutdrucksenkung und eine effektivere Regression der LVH auch im Vergleich zur Monotherapie mit dem ACE-Hemmer Enalapril belegt, sagte Trenkwalder. Hier hatten 679 hypertone Patienten ein Jahr lang teilgenommen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »