Forschung und Praxis, 06.05.2005

Sartane können mehr als nur den Blutdruck senken

Professor Rainer Böger: Sartane können über die Blutdrucksenkung hinaus auch die Insulinempfindlichkeit verbessern. Foto: sbra

Das ausschließliche Augenmerk auf den systolischen und diastolischen Blutdruck genügt modernen Standards in der Hypertonie-Behandlung nicht mehr.

Zunehmend kommt nach Meinung von Professor Rainer Böger der Pulsdruck, die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck, ins Blickfeld, da sich die Blutdruckamplitude für die Vorhersage letaler kardiovaskulärer Ereignisse als bedeutsame Größe herausgestellt hat.

Damit ist zu fordern, daß in der Hypertonie-Behandlung immer auch angestrebt werden sollte, außer dem systolischen und diastolischen Blutdruck speziell auch die Blutdruckamplitude zu senken. Dies gelingt nach Böger gut mit ACE-Hemmern, Sartanen und Kalziumantagonisten, vergleichsweise schlechter mit Diuretika, Betablockern und Alphablockern.

Einige Antihypertensiva erfüllen noch viel weitergehende Anforderungen. So hob Böger bei einem Symposium des Unternehmens Bayer die Verbesserung der Insulinempfindlichkeit durch Sartane, insbesondere durch Telmisartan (etwa Kinzalmono®), hervor, und verwies auf erste Daten, wonach speziell dieses Präparat den Lipidmetabolismus günstig beeinflußt.

Professor Georg Nickenig aus Homburg hat in Untersuchungen festgestellt, daß Sartane über die Blockade des AT1-Rezeptors auch Inflammationsparameter verringern und Zeichen einer endothelialen Dysfunktion zurückbilden. Dies spreche für eine Hemmung der Atherogenese. (KHS)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »