Ärzte Zeitung, 16.06.2005

Schützt Olmesartan-Therapie vor Nierenschäden?

Untersuchung mit Olmesartan bei über 4400 Hypertonikern hat begonnen / Endpunkt: Inzidenz einer Mikroalbuminurie innerhalb von fünf Jahren

BERCHTESGADEN (sto). Können durch ein Sartan in der Behandlung von Patienten mit hohem Blutdruck eventuell auch Endorganschäden als Folge einer Hypertonie vermieden werden? Zwei Studien zur Primärprävention haben sich des Themas angenommen.

Für den Entzündungsprozeß bei Atherosklerose konnte in der EUTOPIA-Studie bereits belegt werden, daß Olmesartan Entzündungen vermindert, berichtete Professor Hermann Haller von der Medizinischen Hochschule Hannover. Das Akronym steht für European Trial on Olmesartan and Pravastatin in Inflammation and Atherosclerosis.

199 Patienten mit Hypertonie und Atherosklerose erhielten in der Studie über zwölf Wochen Olmesartan und Pravastatin. Bereits nach sechs Wochen sei der Wert für den Entzündungsmarker C-reaktives Protein (CRP) um 15 Prozent und nach zwölf Wochen um über 20 Prozent gesunken, teilte Haller bei einer Veranstaltung von Sankyo Pharma in Berchtesgaden mit. Anlaß war die Einführung von Olmetec Plus®, einer Kombination von Olmesartan und Hydrochlorothiazid.

Ob durch Olmesartan das Auftreten einer Mikroalbuminurie verhindert werden kann, soll in einer erst angelaufenen Studie, der ROADMAP-Studie, untersucht werden. ROADMAP steht für Randomised Olmesartan and Diabetes Microalbuminuria Prevention. An der Studie werden 4400 Patienten mit Typ-2-Diabetes über fünf Jahre untersucht. Alle Patienten müssen mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor aufweisen, sollen aber noch normale Albuminwerte haben.

Die eine Hälfte der Patienten erhält zusätzlich zu einer eventuellen konventionellen antihypertensiven Therapie täglich 40 mg Olmesartan (Olmetec®), die andere Hälfte bekommt Placebo. In beiden Gruppen müssen identische Zielblutdruckwerte von 130/ 85 mmHg erreicht werden, berichtete Haller. Primärer Endpunkt der Untersuchung, bei der es sich um die bisher größte Präventionsstudie auf der Ebene von Endorganschäden handele, ist das Auftreten einer Mikroalbuminurie.

Die von Deutschland aus gesteuerte Studie, an der 200 Zentren in 22 europäischen Ländern teilnehmen, sei so angelegt, daß eine 33prozentige Senkung des Risikos für eine Mikroalbuminurie nachgewiesen werden können, sagte Haller.

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