Ärzte Zeitung, 30.08.2005

Bei Atherosklerose muß Entzündung gebremst werden

Olmesartan kann helfen

MÜNCHEN (sto). Die Atherosklerose wird nach Darstellung von Privatdozent Dr. Carsten Tschöpe von der Charité in Berlin maßgeblich durch inflammatorische Reaktionen in der Gefäßwand beeinflußt.

Zu den bereits identifizierten proinflammatorischen Stimuli gehören Bluthochdruck, Rauchen, Überge-wicht und Typ-2-Diabetes, die die Bildung von primären proinflamma-torischen Zytokinen wie Interleukin 1 und Tumor-Nekrose-Faktor-alpha verursachen, berichtete Tschöpe in München.

Eine zentrale Bedeutung habe dabei Angiotensin II, das nicht nur die Entstehung einer Hypertonie begünstige, sondern darüber hinaus auch selbst die Zytokin-Kaskade auslöse.

Systemisch meßbaren Entzün-dungsparametern, die mit einem kardiovaskulären Risiko korrelieren und die für die klinische Alltagsroutine tauglich sind, komme daher bei der Primärprävention sowie bei der Wahl einer Therapie eine besondere Bedeutung zu, betonte Tschöpe bei der von Berlin-Chemie unterstützten Veranstaltung.

So sei inzwischen bekannt, daß Personen, bei denen mit empfindlichen Verfahren Werte des C-reaktiven Proteins von über 3 mg/L nachgewiesen werden, ein mehr als doppelt so hohes Risiko für ein künftiges koronares Ereignis haben als Personen, deren CRP unter 1 mg/L ist. Diese Assoziation habe die gleiche Größenordnung wie jene für die klassischen Risikofaktoren.

Im Vergleich zu zwölf anderen in-flammatorischen Markern, ein-schließlich Lipoproteinen und Ho-mocystein, seien CRP-Werte von über 3 mg/L der stärkste Prädiktor für ein kardiovaskuläres Ereignis. Tschöpe räumte jedoch ein, daß andere Ursachen für erhöhte CRP-Werte wie eine akute Infektion oder chronisch-entzündliche Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen.

Da ein erhöhtes CRP offenbar auch selbst direkt toxisch auf Gefäßzellen wirkt, seien insbesondere Therapien mit antiinflammatorischen Eigen-schaften gefragt. Dazu gehören nach Tschöpes Angaben Statine, ASS, Clopidogrel sowie ACE-Hemmer.

In neuen Studien seien die antiinflammatorischen Effekte nun auch für für den AT1-Antagonisten Olmesartan und Olmesartan plus Hydrochlorothiazid (vom Unternehmen als Votum® plus angeboten) nachgewiesen worden. So habe in der EUTOPIA-Studie Olmesartan die Plasmaspiegel von Entzündungsmarkern signifikant gesenkt.

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