Ärzte Zeitung, 15.09.2005

Bei Hypertonikern hohe Ansprechrate mit Zweifachkombi

STOCKHOLM (grue). Vielen Hypertonikern gelingt es nicht, mit einer Monotherapie den Blutdruck ausreichend zu senken. Eine Zweifachkombination aus einem Sartan und einem Diuretikum verbessert die Ansprechrate auf fast 70 Prozent.

Das belegen die Ergebnisse der INCLUSIVE-Studie, die Professor Gerd Bönner aus Bad Krozingen bei einer Veranstaltung von Bristol-Myers Squibb in Stockholm vorgestellt hat. Das Akronym steht für "IrbesartaN/HCTZ bLood pressUre reductionS in dIVErse patient populations".

In der prospektiven offenen Studie wurden 844 Patienten mit unzureichend eingestelltem Bluthochdruck auf den Angiotensin-Rezeptorblocker Irbesartan (Karvea®) und das Diuretikum Hydrochlorothiazid (HCT) eingestellt.

Irbesartan plus HCT als Fixkombi verfügbar

Mit 300 mg Irbesartan plus 25 mg HCT erreichten 69 Prozent der Patienten den angestrebten Blutdruckwert von unter 140/90 mmHg, sagte Bönner. Der systolische Blutdruck sank um durchschnittlich 22 mmHg. Irbesartan zeichne sich durch gute Verträglichkeit und konstante Wirksamkeit über 24 Stunden aus, sagte der Hochdruckexperte.

Als Fixkombination mit HCT (vom Unternehmen als Karvezide® angeboten) stehe ein bewährtes Antihypertensivum zur Verfügung. Als effektiv habe sich die Kombination beider Medikamente auch in der offenen COSIMA-Studie (COmparative Study of Efficacy of Irbesartan/HCTZ with Valsartan/HCTZ using Home BP Monitoring in the TreAtment of Mild to Moderate Hypertension) bei 449 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Hypertonie erwiesen.

Die Studienteilnehmer wurden anfangs für fünf Wochen mit 12,5 mg HCT täglich behandelt, bei ungenügender Wirksamkeit auf zwei Gruppen verteilt und zusätzlich entweder mit 150 mg Irbesartan oder 80 mg Valsartan behandelt. "Nach acht Wochen hatten die mit Irbesartan plus HCT behandelten Patienten einen signifikant niedrigeren Blutdruck als die Patienten aus der Vergleichsgruppe", sagte Bönner.

Der Unterschied betrug bei Selbstmessung systolisch 2,4 mmHg (13 mmHg versus 10,6 mmHg Blutdrucksenkung). In den Praxen wurden ähnliche Werte gemessen. Der Vorteil für Irbesartan plus HCT war morgens am größten. "Dies ist ein deutlicher Hinweis auf die lang anhaltende Wirkung der Substanz, die auch bei Kombination mit HCT zum Tragen kommt", sagte Bönner.

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