Ärzte Zeitung, 22.11.2005

Alten Hypertonikern hilft Kombination besonders

Anwendungsbeobachtung zur initialen niedrigdosierten Kombinationstherapie / Zielblutdruck meistens erreicht

FULDA (grue). Ältere Hypertoniker und Hypertoniker mit isolierter systolischer Hypertonie (ISH) profitieren von einer initialen niedrigdosierten Kombinationstherapie. Dies hat sich erneut in einer Anwendungsbeobachtung bestätigt.

Aufgrund der Studienlage und nach den Empfehlungen der Hochdruckliga können Hypertoniker von Anfang an mit zwei Medikamenten behandelt werden, wenn diese sehr niedrig dosiert werden. Als Zweierkombination zur Anfangsbehandlung kommt nach den Empfehlungen der Hochdruckliga derzeit das Präparat Preterax® von Servier mit 2mg Perindopril und mit 0,625 mg Indapamid in Frage.

In einer Anwendungsbeobachtung wurden über 8000 Hypertoniker mit dieser oder der doppelten Dosis (bei zehn Prozent der Teilnehmer) einmal täglich behandelt, primär oder bei der Umstellung.

Davon hat Professor Heinrich Holzgreve aus München bei der Geriatrie-Tagung in Fulda berichtet. Ein Drittel der Patienten in der PRIMUS-Studie waren 65 Jahre oder älter, 14 Prozent hatten eine ISH. Diese beiden Gruppen profitierten von der niedrigdosierten Kombinationstherapie, wie eine Subgruppenanalyse der Studie zeigt: Das Drittel der älteren Patienten hatte einen Ausgangsblutdruck von 166/94 mmHg, der in drei Monaten im Mittel um 28 mmHg systolisch und 12 mmHg diastolisch sank.

Bei ISH betrug die Differenz 24 mmHg systolisch und 3 mmHg diastolisch zum Ausgangsblutdruck von 160/81 mmHg. In dieser Gruppe verringerte sich auch die Pulsamplitude besonders stark, und zwar um 20 mmHg. Es erreichten 95 Prozent der Älteren und 88 Prozent der Patienten mit ISH den Zielblutdruck oder deutlich gesenkte Werte.

"Damit konnte gezeigt werden, daß gerade alte Hypertoniker und solche mit ISH von der initialen Kombinationstherapie profitieren", sagte Holzgreve. Diese wurde ausgezeichnet vertragen: nur 1,5 Prozent der Teilnehmer hatten unerwünschte Wirkungen, davon am häufigsten mit 0,5 Prozent Husten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bundestag macht den Weg frei für Cannabis auf Rezept

13:12Ärzte können Hanf als verschreibungspflichtiges Medikament verordnen. Nach jahrelanger Debatte hat das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu geregelt. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »