Ärzte Zeitung, 18.11.2005

Welcher Blutdrucksenker paßt besser zum Statin?

Positive Interaktion von Amlodipin und Atorvastatin in der ASCOT-Studie / Rate tödlicher Koronar-Ereignisse besser gesenkt als unter Atenolol

DALLAS (ob). Bei Hypertonikern, die mit dem Lipidsenker Atorvastatin behandelt werden, hat die Wahl des gleichzeitig gegebenen Antihypertensivums Einfluß auf die Wirksamkeit des Statins. Speziell die Kombination mit dem Kalzium-Antagonisten Amlodipin scheint eine synergistische Wirkung zu haben.

Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren der ASCOT-Studie in einer neuen Analyse, deren Ergebnisse Studienleiter Professor Peter Sever aus London beim Kongreß der American Heart Association vorgestellt hat.

Zu Erinnerung: In der ASCOT-Studie ist zum einen bei fast 20 000 Hypertonikern eine Amlodipin-gestützte Therapie (plus Perindopril bei Bedarf) mit einer Atenolol-basierten Therapie (plus Diuretikum bei Bedarf) verglichen worden. Davon erhielten etwa 10 000 Studienteilnehmer zusätzlich den Lipidsenker Atorvastatin (Sortis®) oder Placebo.

Der Lipidsenker-Arm der Studie ist 2002 aufgrund der signifikanten Reduktion von Koronar-Ereignissen und Schlaganfällen durch Atorvastatin vorzeitig gestoppt worden. Der zunächst fortgesetzte Blutdrucksenker-Arm fand 2004 ebenfalls ein vorzeitiges Ende. Grund war der signifikant günstigere Einfluß der Amlodipin-basierten Therapie auf kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität.

Mit ihrer neuen Analyse wollte die ASCOT-Gruppe nun die Frage klären, ob und in welcher Weise die beiden Blutdrucksenker-Regime mit dem Lipidsenker Atorvastatin interagiert haben.

Das Ergebnis: In der mit Amlodipin als Basis-Antihypertensivum behandelten Gruppe war der Nutzen von Atorvastatin deutlich größer als in der Gruppe mit Atenolol-basierter Therapie. In Kombination mit Amlodipin verringerte Atorvastatin die Rate tödlicher Koronar-Ereignisse und nicht-tödlicher Myokardinfarkte - der primäre Endpunkt - signifikant um 53 Prozent (im Vergleich zu Amlodipin/Placebo).

In der Gruppe mit Atenolol-gestützter Therapie sei dagegen nur eine nicht-signifikante Reduktion um 16 Prozent (im Vergleich zu Atenolol/Placebo) zu beobachten gewesen, so Sever.

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