Ärzte Zeitung, 22.11.2006

Mit Bluthochdruck auf der Arbeit

Nur jeder dritte hat bei der Arbeit Normotonie

MÜNCHEN (Rö). Distreß macht krank. Er fördert eine Hypertonie. Ein wichtiger blutdrucksteigernder Streßfaktor kann Arbeit sein. Dies hat eine prospektive Studie belegt, die zur Hochdruckliga-Tagung veröffentlicht wird.

An der prospektiven Beobachtungsstudie STARLET haben 3448 Arbeitnehmer in Deutschland teilgenommen. Bei ihnen haben Wissenschaftler vom St. Josefs-Hospital in Cloppenburg während der Arbeit Blutdruck-Langzeitmessungen während fünf Jahren immer wieder gemacht. Zudem wurde bei den Teilnehmern mit Fragebögen ermittelt, ob sie stark auf Streß reagieren oder nicht (DMW 131, 2006, 2580).

Von den Berufstätigen im mittleren Alter von 44 Jahren hatten nur 36 Prozent einen normalen Blutdruck. Und von den Hypertonikern hatten gerade mal 7,5 Prozent unter blutdrucksenkender Behandlung normale Blutdruckwerte unter 135 zu 85 mmHg.

Die Folgen der erhöhten Werte zeigten sich schon während der Studie: Von den Studienteilnehmern mit Hochdruck bekamen mit bis zu zehn Prozent wesentlich mehr kardiovaskuläre Symptome als von den Menschen mit Normaldruck. Hier waren es nur drei Prozent.

Deutlich zeigten sich auch die Folgen des Umgangs mit Streß. Personen, die kaum darauf reagierten, hatten mit 6,2 Prozent eine geringere Rate an kardiovaskulären Symptomen wie Herzinfarkt als die Belasteten. Bei ihnen waren es 7,1 Prozent. Dies wundert nicht, denn sie hatten im Schnitt einen höheren Blutdruck.

Der Kongreß in München beginnt heute und dauert bis Freitag.

Informationen zum Kongreß: www.hypertonie2006.de

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