Ärzte Zeitung, 24.11.2006

Valsartan schützt Nieren von Hypertonikern

Studie zur Hochdosis-Therapie mit dem AT-II-Antagonisten / Albumin-Ausscheidung wird um die Hälfte reduziert

MÜNCHEN (Rö). Mit Valsartan wird bei Hypertonikern mit Typ-2-Diabetes die Proteinurie signifikant reduziert. Das hat die Studie DROP (Diovan Reduction Of Proteinuria) ergeben. Die Resultate hat Professor Roland Schmieder von der Universität Erlangen bei einer Pressekonferenz zur Hochdruckliga-Tagung in München vorgestellt.

Nicht nur auf den Blutdruck kommt es an. Bei Hypertonikern mit Mikroalbuminurie sollte auch die Albumin-Ausscheidung reduziert werden. Foto: PhotoDisc

DROP ist eine doppelblinde Studie mit fast 500 Diabetikern mit Bluthochdruck und einer renalen Albumin-Ausscheidung von etwa 100 µg/min. Alle Teilnehmer erhielten den AT-II-Antagonisten Valsartan (Diovan®) in einer Dosis von 160 mg für vier Wochen. Danach wurde die Dosis für 26 Wochen beibehalten oder auf 320 mg oder 640 mg erhöht.

Die Proteinurie-Reduktion betrug mit 160 mg des Wirkstoffes 36 Prozent, mit 320 mg waren es 44 Prozent und mit 640 mg 48 Prozent. Das Auftreten von unerwünschten Ereignissen war mit den drei Dosierungen nicht unterschiedlich.

Wie Schmieder bei einer Veranstaltung von Novartis betont hat, ist der Rückgang der Mikroalbuminurie damit bei 640 mg deutlich stärker als bei 120 mg. Eine stärkere Nephroprotektion werde also bei erheblich höheren Dosen erreicht als sie zur blutdrucksenkenden Therapie verwendet werden.

Besonders bemerkenswert findet es Schmieder, daß bei den Patienten, bei denen ein Zielblutdruck von 130/80 mmHg erreicht wurde, ebenfalls noch eine dosisabhängige Reduktion der Albumin-Ausscheidung registriert wurde: minus 25 Prozent bei 160 mg Valsartan, minus 57 Prozent bei 320 mg und minus 66 Prozent bei 640 mg.

Die Studiendaten belegten damit das Konzept einer Hochdosis-Therapie zur Nephroprotektion mit Valsartan bei Hypertonikern mit Mikroalbuminurie, sagte Schmieder. Dieses Konzept sei auch deshalb zu rechtfertigen, weil unerwünschte Wirkungen bei hohen Dosen nicht gehäuft auftreten.

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