Ärzte Zeitung, 29.11.2006

Telemetrisch kontrolliert läßt sich der Blutdruck besser senken

Systolischer Druck sank in Studie um 16 mmHg mit und um 6 mmHg ohne Telemetrie

MÜNCHEN (skh). Die telemetrische Blutdruckkontrolle fördert bei Hypertonikern die Compliance bei der Medikamenten-Einnahme. So lassen sich die Blutdruckwerte besser senken, belegen Daten einer neuen Studie.

In der Studie wurden 60 Patienten mit Blutdruckwerten über 130/ 90 mmHg antihypertensiv mit Irbesartan in Dosierungen von 75 bis 600 mg pro Tag behandelt. Bei 30 Patienten wurde außerdem einmal täglich morgens der Blutdruck gemessen und telemetrisch an den behandelnden Arzt weitergegeben, wie Dr. Egbert Schulz vom Nephrologischen Zentrum Göttingen bei der Jahrestagung der Deutschen Hochdruckliga in München berichtet hat.

Innerhalb von drei Monaten sanken bei den telemetrisch kontrollierten Patienten die Blutdruckwerte von 140/ 80 mmHg auf 124/72 mmHg, und bei den Kontrollpatienten von 142/ 80 mmHg auf 136/75 mmHg - ein signifikanter Unterschied.

Das telemetrische Kontrollsystem war mit einer Alarmfunktion ausgestattet. Lag der mittlere Blutdruck über fünf Tage höher als 135/85 mmHg, bei einer einzelnen Messung höher als 160/110 mmHg oder wurden die Werte länger als drei Tage nicht erhoben, so wurde der behandelnde Arzt automatisch benachrichtigt. Der Arzt nahm dann mit dem Patienten Kontakt auf und die Therapie konnte angepaßt werden.

Mangelnde Compliance in der antihypertensiven Therapie sei vor allem in den ersten Wochen nach Therapie-Änderungen häufig, sagte Schulz. Die Patienten seien dann wegen anhaltend hoher Blutdruckwerte, Beschwerden durch Blutdruckabfälle oder unerwünschten Arzneimittelwirkungen entmutigt. In dieser Phase sei die telemetrische Blutdruckkontrolle sehr sinnvoll.

Eine neue Untersuchung soll bald Daten über den langfristigen Erfolg der Methode bringen, so Schulz.

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