Ärzte Zeitung, 28.03.2007

Vorteil für Kombi aus Reninhemmer und Sartan

Studie zur Aliskiren/Valsartan-Therapie bei Hypertonie: Deutlich stärkere Blutdrucksenkung als mit Monotherapie

NEW ORLEANS (ob). Zwei Hemmer des Renin-Angiotensin-Systems ergänzen sich bei Hypertonie in therapeutisch vorteilhafter Weise. Kombiniert man den neuen Reninhemmer Aliskiren mit dem AT1- Rezeptorblocker Valsartan, ist die Blutdrucksenkung deutlich stärker als bei einer Monotherapie mit beiden Substanzen.

Bei Patienten mit Bluthochdruck könnte die neue Kombination einen besseren Therapieerfolg bringen. Foto: Klaro

Das belegen Daten einer großen Hypertonie-Studie, die Professor Susanne Oparil beim ACC-Kongress in New Orleans erstmals vorgestellt hat. Teilgenommen haben 1797 Patienten mit Bluthochdruck (diastolische Werte: 95 bis 109 mmHg). Sie sind randomisiert in vier Gruppen eingeteilt worden und zunächst über vier Wochen mit Aliskiren (150 mg/Tag), Valsartan (160 mg/Tag), einer Kombination aus beiden Substanzen oder mit Placebo behandelt worden. Nach Verdopplung der Dosen erhielten die Patienten diese Therapien dann weitere vier Wochen.

Primäres Wirksamkeitskriterium war die Senkung des diastolischen Blutdrucks. Mit einer Reduktion der diastolischen Werte um im Schnitt 12 mmHg nach acht Wochen war die Kombination aus Aliskiren und Valsartan das überlegene Therapieregime. Im Vergleich zur Kombination war die Wirkung bei der Monotherapie sowohl mit Aliskiren(- 9,0 mmHg) als auch Valsartan (- 9,7 mmHg) signifikant geringer (Placebo: - 4,1 mmHg).

Ähnliche Unterschiede ergaben sich beim systolischen Blutdruck, der durch die Kombination um 17,2 mmHg und damit ebenfalls deutlich stärker als durch beide Monotherapien oder Placebo gesenkt wurde. Die Ergebnisse der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung bestätigen die Überlegenheit der Kombinationstherapie, berichtete Oparil.

Die Unterschiede spiegeln sich auch im Erreichen der Blutdruckzielwerte (unter 40/90 mmHG) wider. Eine entsprechende Blutdruckkontrolle wurde mit der Kombination bei jedem zweiten Patienten (49,3 Prozent) erreicht. In den Vergleichsgruppen lagen die Raten bei 37 Prozent (Aliskiren), 34 Prozent (Valsartan) und 17 Prozent (Placebo).

Anders als bei der Wirksamkeit gab es bei der Verträglichkeit keinen Unterschied zwischen der Aliskiren/Valsartan und Placebo. Häufigste Nebenwirkung waren Kopfschmerzen, deren Inzidenz in der Placebogruppe am höchsten war.

Aliskiren ist in den USA bereits zugelassen und wird dort voraussichtlich Ende März dieses Jahres auf den Markt kommen.

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