Ärzte Zeitung, 22.06.2007

Gleichmäßige Blutdrucksenkung über 24 Stunden ist realistisches Ziel

Telmisartan senkt Blutdruck besonders zuverlässig / Ergebnis von 24-Stunden-Messung

MAILAND (ikr). Bei Hypertonie- Patienten sollte der Blutdruck über 24 Stunden gleichmäßig gesenkt werden. Das haben Kollegen beim Europäischen Hypertonie-Kongress in Mailand gefordert. "Wir wissen, dass der Blutdruck gerade in den frühen Morgenstunden häufig recht hoch ist und dass gerade vormittags die meisten kardiovaskulären Ereignisse stattfinden", warnte Professor Giuseppe Mancia aus Monza bei Mailand.

Am frühen Morgen ist der Blutdruck häufig recht hoch. Das erhöht das Risiko für Organschäden. Foto: PhotoDisc

Vormittags zwischen 9 und 12 Uhr ist das Risiko für einen Myokardinfarkt um 40 Prozent höher als zu anderen Tageszeiten. Und das Risiko für Schlaganfälle ist sogar um 49 Prozent erhöht. Darauf hat Professor Gordon McInnes aus Glasgow in Großbritannien hingewiesen.

Für die tägliche Praxis bedeutet das nach Ansicht des Kollegen: "Wir sollten uns bei der Behandlung von Hypertonikern nicht mit der Praxismessung des Blutdrucks zufriedengeben sondern auch die 24-Stunden-Blutdruck-Werte der Patienten kennen." Denn gerade gegen Ende eines Dosierungsintervalls sei die Blutdruckkontrolle oft besonders schlecht.

Bei unzureichender 24-Stunden-Blutdruck-Senkung sei das Risiko für Endorganschäden, einschließlich linksventrikulärer Hypertrophie und Nierenschäden, jedoch erhöht, sagte der Kollege bei einer Veranstaltung des Unternehmens Boehringer Ingelheim.

Eine besonders gleichmäßige Senkung des Blutdrucks über 24 Stunden lässt sich nach Angaben von McInnes mit dem AT-II-Blocker Telmisartan (Micardis®) erzielen. Das belege der Smoothness Index (SI). Dieser wird aus den Werten der 24-Stunden-Blutdruckmessung vor und während einer blutdrucksenkenden Therapie errechnet. Damit lässt sich nicht nur das Ausmaß der Blutdrucksenkung über 24 Stunden ermitteln, sondern auch, wie gleichmäßig der Blutdruck im Verlauf des Tages gesenkt wird. Je größer der SI desto homogener ist die Blutdrucksenkung.

Mit Telmisartan ist der SI nach aktuellen Studiendaten größer als mit anderen Antihypertensiva wie Losartan oder Ramipril, jedoch ähnlich wie mit Amlodipin.

Außerdem senkt Telmisartan den diastolischen Blutdruck in den letzten sechs Stunden vor Einnahme der nächsten Tablette signifikant stärker als Valsartan. Das hat die MICADO (Micardis Missed Dose)-Studie ergeben (A J Hyper 17, 2004, 347). 930 Hypertoniker bekamen täglich 80 mg Telmisartan oder 160 mg Valsartan. Mit Telmisartan wurde der diastolische Blutdruck in den letzten sechs Stunden des 24-stündigen Intervalls mit im Mittel 7,5 mmHg signifikant stärker gesenkt als mit der Vergleichssubstanz (6,0 mmHg).

STICHWORT

Smoothness Index

Der Smoothness Index (SI) ist ein Maß für eine gleichmäßig gute Wirksamkeit eines Antihypertensivums über 24 Stunden. Der SI gilt als Indikator für die organpräventive Wirkung eines Mittels. Die Grundlage für die Ermittlung des SI sind die Werte, die aus der 24-Stunden-Blutdruckmessung vor und während einer blutdrucksenkenden Therapie gewonnen werden. Man errechnet den SI aus dem 24-Stunden-Mittelwert der Blutdruckreduktion geteilt durch die Standardabweichung. Damit erhält man nicht nur eine Aussage über das Ausmaß der Blutdrucksenkung über 24 Stunden, sondern auch darüber, wie gleichmäßig gut der Blutdruck über den gesamten Tag gesenkt wird. Je größer dieser Wert ist, desto homogener ist die Senkung des Blutdrucks. (eb)

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