Ärzte Zeitung online, 06.01.2009

Mini-Sensor in der Leiste macht Blutdruckmessung einfach

DUISBURG (eb). Patienten mit Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz können künftig besser und einfacher überwacht werden: Ein winziger implantierbarer Drucksensor macht die Blutdruckmessungen für Patient und Arzt leicht. Der Sensor wird direkt in der Leistenarterie implantiert. Er ist über ein flexibles Mikrokabel mit einer kleinen Transpondereinheit verbunden, die unter der Haut in der Leiste liegt.

Bei vielen Patienten mit Hypertonie lässt sich der Blutdruck nur schwer einstellen und muss deshalb über einen längeren Zeitraum überwacht werden. Eine lästige Prozedur: Die Patienten tragen ein kleines Blutdruckmessgerät in einem Kästchen am Körper. Eine aufblasbare Manschette am Arm zeichnet die aktuellen Blutdruckwerte auf. Diese Manschette wird in regelmäßigen Abständen aufgepumpt und abgelassen, was vor allem nachts lästig ist.

Künftig soll das Blutdruckmonitoring einfacher sein: Ein winziges Implantat, das Fraunhofer-Forscher zusammen mit dem Unternehmen Dr. Osypka GmbH und weiteren Partnern im vom BMBF geförderten Projekt "Intravasales Monitoring System für Hypertoniker Hyper-IMS" entwickeln, könnte das bisherige Verfahren ersetzen.

"Ein Arzt führt den Drucksensor direkt in die Leistenschlagader ein", so Abteilungsleiter Dr. Hoc Khiem Trieu vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in einer Mitteilung des Duisburger Instituts. "Der Sensor, der einschließlich Verkapselung einen Durchmesser von etwa einem Millimeter hat, misst den Blutdruck 30 Mal pro Sekunde. Über ein flexibles Mikrokabel ist der Sensor mit einer Transpondereinheit verbunden, die ebenfalls in der Leiste unter der Haut liegt. Sie digitalisiert und codiert die Daten des Mikrosensors und übermittelt sie anschließend an das externe Lesegerät, das der Patient wie ein Handy am Gürtel tragen kann. Von dort können die Werte an eine Monitorstation übertragen werden, wo der Arzt sie auswertet."

Da die Forscher spezielle Komponenten in CMOS-Technologie verwenden, braucht das System wenig Energie: Die Mikroimplantate können über Spulen drahtlos mit Energie versorgt werden.

Implantierbare Drucksensoren eignen sich auch für andere Anwendungen - etwa zur Überwachung von Patienten, die an Herzinsuffizienz leiden. Aktuell laufen erste klinische Tests.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »