Ärzte Zeitung online, 13.02.2009

Keine Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel

BERLIN (dpa/nös). Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) lehnt die Kennzeichnung von Lebensmitteln in Ampelfarben ab. "So überzeugend ist das rot-gelb-grüne Farbschema doch gar nicht", sagte Aigner der am Freitag erscheinenden "Badischen Zeitung".

"Vollkornbrot zum Beispiel würde mit einem roten Punkt gekennzeichnet, während Weißbrot einen gelben bekäme. Das ist doch absurd." Aigner machte sich am Freitag im Bundestag für eine europaweite Pflichtkennzeichnung von Kalorien, Fett, Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren auch mit Prozentangaben der Tagesration stark.

Die Prozentangaben wolle die Lebensmittelwirtschaft bisher nicht, sagte Aigner. Bis dahin könne es in Deutschland nur eine freiwillige Lösung geben. Die Ministerin will sich im März erneut mit der Ernährungsindustrie, dem Handel und den Verbraucherzentralen treffen. Auf europäischer Ebene fällt voraussichtlich im Mai eine Vorentscheidung zur Kennzeichnung.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch warf der Ministerin unterdessen Industriehörigkeit vor. Sie stelle die Ampelkennzeichnung bewusst falsch dar. Denn der rote Punkt beim Beispiel Vollkornbrot sei nur einer von Vieren. Nur bei Salz würde diese Ampel in diesem Fall Rot zeigen, da Vollkornbrot viel Salz enthalte. Dies sei vielmehr eine wichtige Information für Menschen mit Bluthochdruck und weniger das Signal, Vollkornbrot sei ungesund, so Foodwatch.

Bei dem Ampelmodell stehen Rot, Gelb und Grün für einen hohen, mittleren oder niedrigen Anteil an Zucker, Salz oder Fett. In Großbritannien gibt es diese Regelung bereits auf freiwilliger Basis. In Deutschland steht auf immer mehr Verpackungen, wie hoch der Anteil an Fett, Zucker, Salz und Kalorien im Vergleich zur Tagesration ist.

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