Ärzte Zeitung online, 25.06.2010

US-Amerikaner konsumieren zu viel Salz

Primäre Kochsalzquellen: Fertignahrung und Restaurantspeisen

ATLANTA (hub). Ein hoher Salzkonsum treibt bekanntlich den Blutdruck in die Höhe, mit Folgen für Herz und Hirn. An die US-Empfehlungen zum Salzkonsum hält sich jedoch nur jeder zehnte Bürger der USA.

US-Amerikaner konsumieren zu viel Salz

Fertiggerichte wie Pizza enthalten oft große Mengen an Kochsalz.

© Luiz Carlos / fotolia.com

In den USA gibt es zwei Grenzwerte für den täglichen Verzehr von Kochsalz: Menschen mit Bluthochdruck, Menschen ab einem mittleren Alter und Farbige sollen demnach nicht mehr als 3,75 g pro Tag aufnehmen. Für alle anderen gilt ein Grenzwert von knapp 6 g pro Tag. Doch nur knapp sechs Prozent der Menschen aus der ersten Gruppe bleiben unterhalb des Grenzwerts, in der zweiten Gruppe sind es 19 Prozent. Das hat eine Auswertung der NHANES*-Studie ergeben (MMWR 2010; 59: 746). Insgesamt hält sich also nur jeder zehnte US-Amerikaner an die dort geltenden Empfehlungen.

Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta haben in der Veröffentlichung auch die Hauptquellen für die Salzaufnahme identifiziert: Zu drei Vierteln stammt das Kochsalz demnach aus Fertiggerichten und Restaurantspeisen. Das meiste Salz wird dabei über jene Nahrungsmittel aufgenommen, mit denen auch die meisten Kalorien verzehrt werden, nämlich Getreideprodukte, gefolgt von Fleisch.

Vor allem auf Getreide basierende Tiefkühlkost und häufig verzehrte Nahrungsmittel wie Brot nennen die CDC als Salzquelle. Das Tückische an diesen Lebensmitteln sei, dass sie nicht salzig schmeckten, so die CDC. Der Salzstreuer auf dem Tisch und selbst zubereitete Speisen tragen hingegen nur zu einem Zehntel zum täglichen Salzkonsum bei.

Die Vorteile einer salzarmen Diät sind mittlerweile oft beschrieben, auch die CDC betonen noch einmal: Eine Reduktion des täglichen Salzkonsums um 1,2 g könnte in den USA die Zahl an KHK-Neuerkrankungen um 60 000 bis 100 000 senken und die Zahl der Schlaganfälle um 32 000 bis 66 000. In Deutschland fordert die Deutsche Hochdruckliga e. V. eine Ampel-Kennzeichnung von Salz in Lebensmitteln (wir berichteten).

Lesen Sie dazu auch:
Drei Gramm Salz weniger - Infarktrate sinkt dramatisch
Salzarme Kost würde jedes Jahr tausenden Menschen das Leben retten
Portugal macht es vor: Erfolg im Kampf gegen zu viel Kochsalz in der Nahrung

NHANES = National Health and Nutrition Examination Survey

[29.06.2010, 10:52:17]
Dr. Michael Hubert 
Natrium ist nicht gleich Kochsalz
Sehr geehrter Herr Dr. Lazarus,

vielen Dank für den Hinweis. Die Zahlen haben wir mittlerweile korrigiert.

Der Umrechnungsfaktor ist:
Kochsalzgehalt = Natriumgehalt in g x 2,5

Mit freundlichen Grüßen - Michael Hubert


[28.06.2010, 15:05:18]
Dr. Friedrich Lazarus

Das Salz der US-Amerikaner
Zu Ihrem Bereicht über den Salzkonsum von US-Amerikanern: Es ist verdienstvoll, das Thema Kochsalzkonsum öffentlich aufzugreifen. Das sollte aber kein Grund sein, die empfohlene Natriumzufuhr mit der Kochsalzzufuhr gleich zu setzen. Wenn die amerikanischen Empfehlungen von einer Natrium-(sodium-)zufuhr von bis zu 2,3 g pro Tag sprechen, so meinen sie damit eine Kochsalzzufuhr von (ziemlich genau) bis zu 6 g pro Tag, was ja auch den Empfehlungen Europäischer und Deutscher Gesellschafen, z.B. der Deutschen Hochdruckliga, entspricht. zum Beitrag »
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[28.06.2010, 15:05:18]
Dr. Friedrich Lazarus 
Das Salz der US-Amerikaner
Zu Ihrem Bereicht über den Salzkonsum von US-Amerikanern: Es ist verdienstvoll, das Thema Kochsalzkonsum öffentlich aufzugreifen. Das sollte aber kein Grund sein, die empfohlene Natriumzufuhr mit der Kochsalzzufuhr gleich zu setzen. Wenn die amerikanischen Empfehlungen von einer Natrium-(sodium-)zufuhr von bis zu 2,3 g pro Tag sprechen, so meinen sie damit eine Kochsalzzufuhr von (ziemlich genau) bis zu 6 g pro Tag, was ja auch den Empfehlungen Europäischer und Deutscher Gesellschafen, z.B. der Deutschen Hochdruckliga, entspricht. zum Beitrag »

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