Ärzte Zeitung online, 15.10.2010

AkdÄ erinnert an Fehlbildungsrisiko nach Sartanen

BERLIN (eb). Aus Anlass jüngster Verdachtsmeldungen erinnert die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) daran, dass Sartane und ACE-Hemmer in den letzten beiden Schwangerschaftsdritteln kontraindiziert sind. Durch die Gabe kann es zu einem erhöhten Risiko von schweren Fetopathien kommen.

Die Anwendung von Sartanen sowie ACE-Hemmern im zweiten und dritten Trimenon könne fetotoxische Wirkungen haben, schreibt die AkdÄ. Dazu zählten Nierenfunktionsstörungen, Oligohydramnion und Verlangsamung der Schädelossifikation. Beim Neugeborenen könne es schließlich zu Nierenversagen, Hypotonie und Hyperkaliämie kommen.

Als Ursache dafür wird eine Perfusionsstörung in den fetalen Organen diskutiert, die zu Entwicklungsstörungen nach der Organogenese führen kann. Eindeutige Hinweise auf teratogene Effekte im ersten Trimenon liegen laut AkdÄ bisher nicht vor.

Die Einnahme von ACE-Hemmern und Sartanen wird daher im ersten Schwangerschaftstrimenon nicht empfohlen und ist im zweiten und dritten explizit kontraindiziert.

In den vergangenen Wochen wurden der Arzneimittelkommission zwei Fälle gemeldet, in denen Sartane trotz bestehender Kontraindikation während des zweiten oder dritten Trimenons eingenommen wurden und es zu fetalen Schäden gekommen ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromissvorschlag wieder zurückgezogen

Kaum verkündet, ist der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Die genauen Gründe sind unklar. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »