Ärzte Zeitung online, 17.12.2013

Kommentar

Bluthochdruck auf Rezept?

Von Elke Oberhofer

Etwa zehn Gramm Salz nimmt jeder Deutsche pro Tag zu sich - und das ist eindeutig zu viel. Die Deutsche Hochdruckliga hat erst kürzlich vehement dazu aufgerufen, die Finger von Fertigpizza und Fastfood zu lassen; so könne man der Hypertonie wirksam begegnen.

Damit wären die Übeltäter dingfest gemacht - oder doch nicht? Wie man aktuell im "British Medical Journal" liest, lauert die Salzgefahr auch da, wo man sie am wenigsten vermutet: in ärztlich verordneten Tabletten.

Die Hypernatriämie auf Rezept - bei wasserlöslichen Aspirin- oder Paracetamol-Brausetabletten mit Natriumgehalten von über 400 mg pro Tablette ist das gar nicht weit hergeholt. Die schottischen Autoren haben nachgewiesen, dass das Gesprudel im Glas langfristig den Blutdruck hochwallen lässt. Der "Nebeneffekt" war ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Künftig werden Lebensmittelhersteller verpflichtet sein, den Salzgehalt ihrer Produkte zu deklarieren. Zumindest das Gleiche müsste auch für die Pharmaindustrie gelten, deren Ziel es ja nicht sein kann, einen Patienten, der nur ein Mittel gegen Kopfschmerzen benötigt, einem unnötigen Risiko auszusetzen.

Als Arzt sollte man reagieren und generell wasserunlösliche Präparate verschreiben. Die sind zwar schwerer zu schlucken, dafür aber sicherer.

Lesen Sie dazu auch:
Risikofaktor: Brausetabletten fördern Bluthochdruck

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