Ärzte Zeitung, 20.10.2015

Hypertonie

"Hochdruck Programm Deutschland" gestartet

HEIDELBERG. Fast jeder Dritte in Deutschland leidet unter Bluthochdruck. Häufig kann schon eine Umstellung des Lebensstils die Blutdruckwerte verbessern. Um die Freude an Bewegung zu fördern, hat die Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention gemeinsam mit der Firma rosenbaum nagy und dem Blutdruckinstitut Göttingen e. V. das "Hochdruck Programm Deutschland" ins Leben gerufen.

Dieses Laufprogramm startet in Göttingen und ist an weiteren Standorten in Deutschland geplant, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Hochdruckliga. Die Teilnehmer der Lauf- oder Walkinggruppen absolvieren über sechs Monate ein ein- bis zweimal wöchentlich stattfindendes Lauftraining in Kleingruppen.

Sie werden in diesem Zeitraum individuell und je nach Leistungsstand von geschulten Übungsleitern umfassend betreut und an ein gezieltes Bewegungstraining herangeführt. Darüber hinaus gibt es eine fachärztliche Begleitung durch auf Bluthochdruck spezialisierte Ärzte am jeweiligen Standort.

Sie bieten während der gesamten Laufzeit des Programms Patientenschulungen zum Thema Bluthochdruck, Bewegung, Ernährung und Lebensstil an, und sind gleichzeitig ständige Ansprechpartner. Die Laufgruppen werden durch lokale Sportvereine organisiert und sind gleichzeitig eine Plattform zum Austausch mit Gleichgesinnten.

"Voraussetzung für eine Teilnahme ist ein Bluthochdruck oder ein Bluthochdruckrisiko", wird DHL-Vorstandsvorsitzender Professor Martin Hausberg in der Mitteilung zitiert. "Das Programm eignet sich insbesondere auch für Frauen in den Wechseljahren, da mit beginnender hormoneller Veränderung das Bluthochdruckrisiko bei Frauen deutlich ansteigt."

Für das Laufprogramm ist keine sportliche Vorerfahrung notwendig. Anfänger werden in den Gruppen "Nordic Walking" oder "5 Kilometer" auf ihrem Leistungsniveau abgeholt. Fortgeschrittene können sich mit dem Distanz-Ziel von 10 oder 21 km anmelden. Highlight ist in Göttingen nach der Trainingsphase der 7. Göttinger Lauf gegen Bluthochdruck am 21. Mai 2016. (eb)

Weiterführende Informationen gibt es unter www.hochdruckliga.de/aktiv.html

[20.10.2015, 09:07:39]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Trimm-Dich"-Revival 2.0?
Das hört sich doch sehr nach der Kampagne des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) von 1970 an: Da "wurde im deutschen Sport die Trimm-Dich-Bewegung aus der Taufe gehoben. Mehr als zwei Jahrzehnte war der Slogan „Trimm Dich durch Sport“ Anspruch und Ansporn, sich mehr zu bewegen. „Trimm Dich!“ – die Botschaft hatte die deutsche Bevölkerung schnell verstanden. Über acht Millionen Menschen innerhalb der ersten zehn Jahre folgten ihr begeistert. Die Sportvereine verdanken der Trimm-Dich-Bewegung einen enormen Mitgliederzuwachs. Mehr und mehr Menschen fanden Freude daran, in ihrer freien Zeit sportlich aktiv zu sein. Der damalige Deutsche Sportbund und seine Mitgliedorganisationen entwickelten innovative Programme zur Kampagne, die die Sportvereine und –verbände an der Basis umsetzten. Auch Städte und Kommunen, die Politik, die Medien, viele Unternehmen und Prominente waren „infiziert“ von der Faszination, die „Trimm Dich“ auslöste."

Selbst 1986 hieß es noch: "Auf Ärztekammer-Kongressen, Fortbildungsveranstaltungen sowie in der medizinischen Fachpresse wird den Ärzten „Trimming 130“ als gesundheitswirksame Maßnahme nahe gebracht."

1. Revival der Trimm-Dich-Bewegung
Der Versuch, im Jahr 2008 die Trimm Dich-Bewegung der 70er-Jahre ebenso wie das Maskottchen Trimmy wieder zu beleben, scheiterte mit dem DOSB und der Molkerei Alois Müller ("Müller-Milch") kläglich. Mal abwarten, wie der Versuch 2.0 ausgeht?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »

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