Ärzte Zeitung, 18.12.2015

OSAS

Schiene so wirksam wie CPAP

Ob eine OSAS mit CPAP-Beatmung oder Protrusionsschiene behandelt wird, ist hinsichtlich des Blutdrucks unerheblich.

ZÜRICH. Für die nächtliche Atemtherapie mit CPAP ist belegt, dass sie außer den Symptomen des obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) - wie Tageschläfrigkeit - auch den Blutdruck reduziert.

Weniger gut untersucht ist die Blutdruckwirkung von Unterkieferprotrusionsschienen, die alternativ zur CPAP-Maskenbeatmung verwendet werden, um das Kollabieren der oberen Atemwege zu verhindern.

Ärzte der Universität Zürich haben beide Verfahren daher mit Schein- oder Nichtbehandlung verglichen (JAMA 2015; 314 2280-2293). In ihrer Analyse hatten beide Therapien einen ähnlichen blutdrucksenkenden Effekt.

Das Besondere an dieser Form der Metaanalyse ist, dass zwei Therapien A und B auch dann verglichen werden können, wenn sie nie direkt gegeneinander getestet wurden.

Stattdessen stützt sich der Vergleich auf Studien, in denen jeweils A oder B gegen dieselbe Strategie C geprüft wurde.

Für die Netzwerk-Metaanalyse wurden 51 Studien mit 4888 Patienten herangezogen. Nur in vier Studien waren Maskenbeatmung und Schiene gegeneinander angetreten.

In 44 war eine Überdruckbeatmung und in drei eine Schiene jeweils mit einer inaktiven Therapie verglichen worden. Sowohl mit CPAP-Therapie als auch mit Protrusionsschiene sank der systolische Blutdruck signifikant, und zwar um 2,5 und 2,1 mmHg.

Der diastolische Druck sank um 2,0 und 1,9 mmHg. Die Differenzen zwischen den beiden OSAS-Therapien waren nicht signifikant.

Die Blutdrucksenkung unter der Atemtherapie war umso ausgeprägter, je länger Patienten nachts die CPAP-Geräte anwendeten.

Pro zusätzliche Stunde gingen systolischer und diastolischer Druck um 1,5 und 0,9 mm Hg zurück. Ein höherer Ausgangsblutdruck war ebenfalls mit einer stärkeren CPAP-abhängigen Reduktion verbunden.

Dagegen hatten weder Apnoe-Hypopnoe-Index noch die Art der inaktiven Vergleichstherapie Einfluss auf den Effekt von CPAP auf den Blutdruck. (bs)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Warum strampeln wirklich das Herz schützt

Eine Studie ergibt: Wer regelmäßig mit dem Fahrrad statt mit dem Auto oder Bus zur Arbeit fährt, senkt sein kardiovaskuläres Risiko. Doch die Forscher fanden auch Ungereimheiten. mehr »

Älteste Pockenviren entdeckt

Die Mumie von Pharao Ramses V. weist Narben auf – Bislang dachte man, er sei an Pocken gestorben. Neue DNA-Forschungen bei einer anderen Mumie ergeben jedoch, dass der tödliche Erreger vielleicht gar nicht so alt ist. mehr »

Koalition kippt Sozialabgaben für Honorarärzte

Ein Änderungsantrag zum HHVG sieht vor, nebenberufliche ärztliche Tätigkeiten im Rettungsdienst von Sozialabgaben zu befreien. mehr »