Ärzte Zeitung, 16.04.2013

Kommentar zu Statinen

Das Problem mit der Treue

Von Beate Schumacher

Lebenslang treu bleiben ist schwierig, besonders wenn der Bund aus der Not entstanden ist. Das zeigt sich auch bei der Behandlung mit Statinen. In der Regel werden die Lipidsenker mit der Absicht einer zeitlich unbegrenzten Einnahme verordnet.

Doch die Therapietreue erlahmt oft schon nach kurzer Zeit, selbst bei Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung. Die Gründe dafür sind vielfältig: mangelnde Einsicht in den Sinn der Therapie, Angst vor Nebenwirkungen, Beschwerden, die als Nebenwirkungen wahrgenommen werden.

Sogar wenn die Symptome eindeutig nicht mit dem Statin zusammenhängen, sind manche Patienten nur schwer davon zu überzeugen. Besonders heikel wird es, wenn die Fortsetzung der Therapie durch muskuloskeletale Beschwerden infrage gestellt wird - die zwar von Zeit zu Zeit jeden belästigen, aber eben auch von einem Statin herrühren können.

Hier liefert eine US-Studie praktische Hilfe: Die meisten Patienten mit nebenwirkungsbedingtem Therapieabbruch tolerieren eine erneute Behandlung, oft sogar mit demselben Statin.

Bleibt die Aufgabe, den Patienten den Nutzen der Statintherapie nahezubringen. Vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder chronischer Niereninsuffizienz gibt es gute Gründe für eine lebenslange Liaison.

Lesen Sie dazu auch:
Statine: Neuverordnung oft problemlos

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