Ärzte Zeitung, 11.02.2004

Clopidogrel hilft nach Multi-Infarkten noch mehr

Subgruppen-Analyse der CAPRIE-Studie belegt besonderen Therapie-Nutzen nach mehreren ischämischen Ereignissen

HEIDELBERG (ple). Mit Clopidogrel ist es bekanntlich möglich, bei mehr Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt ein neues ischämisches Ereignis zu verhindern als mit Acetylsalicylsäure (ASS). Zudem profitieren offenbar Patienten, die schon zwei oder mehr ischämische Ereignisse hatten, besonders von der Prävention mit Clopidogrel, wie aus einer Subgruppen-Analyse der CAPRIE-Studie hervorgeht.

Insult-PET: Reduzierte Glukose-Aufnahme im Infarkt (Kreis) und der Hirnrinde (Pfeil). Foto: Nuklearmedizinisches Institut, Jülich

Zur Erinnerung: An der CAPRIE-Studie (Clopidogrel Versus Aspirin in Patients at Risk of Ischemic Events), einer Sekundärpräventionsstudie, hatten fast 20 000 Patienten mit Myokardinfarkt, Schlaganfall oder Claudicatio intermittens teilgenommen. So wurden Patienten in die Studie aufgenommen, die einen Schlaganfall 1 Woche bis 6 Monate vor der Randomisierung oder einen Herzinfarkt innerhalb der vergangenen 35 Tage hatten.

Geprüft wurden in einem Beobachtungszeitraum von drei Jahren die Kriterien ischämischer Insult, Myokardinfarkt und vaskulär bedingter Tod. Im Vergleich zur ASS-Therapie konnte nach zwei Jahren mit Clopidogrel eine relative Risikoreduktion von 8,7 Prozent erzielt werden.

In einer aktuellen Subgruppenanalyse wurde nun der Effekt einer Therapie mit Clopidogrel bei jenen Patienten geprüft, die schon vor dem ischämischen Ereignis, das zur Aufnahme in die CAPRIE-Studie geführt hatte, Herz- oder Hirninfarkte gehabt hatten (Stroke 35, 2004, 528). Für die se Analyse wurden Daten von jeweils fast 2300 Patienten in der Clopidogrel- und in der ASS-Gruppe genutzt.

Die Auswertung dieser Daten, an der unter anderen der Neurologe Professor Werner Hacke aus Heidelberg teilgenommen hat, ergab, daß Patienten mit einem zweiten Schlaganfall oder Herzinfarkt vor Studienbeginn ein erhöhtes Risiko für erneute ischämische Ereignisse hatten. Zudem lag nach drei Jahren Therapie die Rate neuer ischämischer Ereignisse in der Clopidogrel-Gruppe nur bei 20,4 Prozent, in der ASS-Gruppe dagegen bei 23,8 Prozent. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion von knapp 15 Prozent.

Das Medikament Clopidogrel ist in Deutschland als Plavix® und Iscover® auf dem Markt.

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