Ärzte Zeitung, 02.09.2004

ACTION-Studie bestätigt Sicherheit von Nifedipin bei Angina pectoris

Fünf-Jahres-Daten mit langwirksamer Dihydropyridin-Zubereitung vorgestellt 

MÜNCHEN (ob). Das Dihydropyridin Nifedipin ist und bleibt eine wirksame Option für die symptomatische Therapie bei stabilen KHK-Patienten mit Angina pectoris. Ein prognostischer Nutzen konnte in der beim ESC-Kongreß vorgestellten ACTION-Studie nicht nachgewiesen werden. Klar bestätigt wurde jedoch die therapeutische Sicherheit dieses Kalziumantagonisten.

Außer Betablockern und Nitraten werden auch Kalziumantagonisten in der antianginösen Therapie bei Patienten mit stabiler symptomatischer KHK häufig genutzt. Studien zum Einfluß dieser Substanzen auf die Prognose bei stabiler KHK gab es bislang allerdings nicht.

Mitte der 90er Jahre entbrannte eine heftige Debatte über die therapeutische Sicherheit von Kalziumantagonisten. Vor allem die Arbeitsgruppe um Professor Curt Furberg aus Winston-Salem im US-Staat North-Carolina sorgte damals mit Warnungen vor den vermeintlichen Risiken für Aufregung.

Inzwischen sind die Töne moderater geworden. In neuen Studien mit langwirksamen Kalziumantagonisten haben sich die von Furberg vorgetragenen Befürchtungen nicht bestätigt. Und auch die jetzt beim ESC-Kongreß präsentierte ACTION-Studie (A Coronary Disease Trial Investigating Outcome with Nifedipin GITS) ist alles andere als eine Dokumentation der Gefährlichkeit von Nifedipin.

In der Untersuchung sind 7665 Patienten mit symptomatischer stabiler Koronarkrankheit knapp fünf Jahre lang mit langwirksamem Nifedipin oder mit Placebo behandelt worden. Studienpräparat war eine spezielle Retardformulierung (Nifedipin GITS, in Deutschland nicht angeboten).

Das Resultat: Im Einfluß auf die Gesamtrate primärer Ereignisse (Tod, Myokardinfarkt, refraktäre Angina, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, periphere Revaskularisation) unterschied sich die Therapie mit Nifedipin nicht von der Behandlung mit Placebo. Für einzelne kardiovaskuläre Endpunkte wie Herzinsuffizienz, Notwendigkeit von Koronarangiographien oder Bypass-Operationen ergaben sich hingegen in der Nifedipin-Gruppe niedrigere Inzidenzraten. Die Häufigkeit von Myokardinfarkten war wiederum in beiden Gruppen gleich.

ACTION-Studienleiter Professor Philip Poole-Wilson aus London bewertet daher auf der Basis dieser Daten die symptomatische Langzeittherapie mit Nifedipin GITS bei Patienten mit stabiler KHK als sicher.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. Offenbar fällt es aber schon Kindern schwer, ihre Bewegungsmuster zu ändern. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethische Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »