Ärzte Zeitung, 15.02.2005

Neue Studien - mit Spannung erwartet

Plättchenhemmende Therapie mit Clopidogrel bei Patienten mit frischem Herzinfarkt / Vergleich mit ASS

NEU-ISENBURG (Rö). Für Patienten mit akutem Koronarsyndrom, also instabiler Angina pectoris und akutem Koronarsyndrom ohne ST-Strecken-Hebung, hat die CURE-Studie klar belegt: Clopidogrel plus ASS ist zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse besser als ASS alleine. Was aber ist mit Patienten, die einen frischen Herzinfarkt haben?

Ein beschichteter Stent: Eine solches Implantat ist heute Standard bei koronaren Gefäßprothesen. Foto: Cordis

Ob auch Patienten mit einem Herzinfarkt mit ST-Strecken-Hebung von der doppelten Plättchen-Hemmung profitieren, wird in Kürze klar sein: Denn im nächsten Monat werden die Ergebnisse zweier großer Studien dazu vorgestellt. Wo? Bei der Tagung des American College of Cardiology in Orlando in Florida.

Die eine Studie ist die COMMIT/CCS2-Studie. In ihr wurde in über 1200 Kliniken in China geprüft, ob durch die Zugabe von Clopidogrel zur Standardtherapie inklusive ASS Herzinfarkt-Patienten eine bessere Prognose haben als durch ASS und Standardtherapie. Über 40 000 Patienten mit Herzinfarkt wurden in die inzwischen beendete Studie aufgenommen. Die beiden Studienendpunkte sind schwerwiegende, vaskuläre Ereignisse wie Tod, nicht-tödlicher Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Tod während der Klinikbehandlung.

In der Angiographie wird hier eine Koronarstenose sichtbar.
Foto: Siemens Medical Solutions

Hochgradige Stenose in der linken Koronararterie - ein Fall für die perkutane Intervention.
Foto: General Electric

Die zweite Studie ist die CLARITY/TIMI-28 (3000 Patienten). In dieser Studie wurde geprüft, ob mit Clopidogrel die Therapie bei Herzinfarkt-Patienten verbessert werden kann, die eine Lyse erhalten. Endpunkte sind die Perfusion der Infarktarterie und die Zahl früher Reinfarkte.

Für nächstes Jahr ist dann die Vorstellung einer weiteren Groß-Studie geplant. Ihr Name: CHARISMA-Studie. Sie soll klären, ob ein breites Spektrum von kardiovaskulären Risikopatienten von der Therapie mit Clopidogrel profitiert. An der Studie nehmen mehr als 15 200 Patienten teil, die unter 45 Jahre alt sind.

Alle haben eine koronare, zerebrovaskuläre und oder symptomatische periphere Gefäßerkrankung, zwei Hauptrisikofaktoren oder einen Hauptrisikofaktor und zwei weitere Risikofaktoren oder drei kleinere Risikofaktoren. Der primäre Endpunkt ist vaskulärer Tod, nicht-tödlicher Myokardinfarkt oder nicht-tödlicher Schlaganfall. (Rö/ts)

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