Ärzte Zeitung, 05.07.2005

Stent-Art bestimmt Dauer der Therapie gegen Thrombose

Indiziert ist die Kombination aus Clopidogrel plus ASS

BERLIN (grue). KHK-Patienten mit Koronarverschlüssen bekommen immer häufiger eine mit Medikamenten beschichtete Gefäßstütze, um die Rate an Restenosen zu verringern. Sie brauchen dann aber einen verlängerten Thromboseschutz.

Daran hat Privatdozent Dr. Matthias Pauschinger von der Berliner Charité beim Deutschen Ärztekongreß in Berlin erinnert.

Nach perkutaner Koronarintervention mit Stentimplantation besteht das Risiko einer Stentthrombose. "Diese Komplikation ist immer lebensbedrohlich", sagte der Kardiologe. KHK-Patienten mit Stent brauchen deshalb grundsätzlich einen Thromboseschutz.

Dafür werden zwei Plättchenhemmer miteinander kombiniert, und zwar täglich 75 mg Clopidogrel plus 75 bis 150 mg ASS. "Wie lange die Patienten so behandelt werden, hängt ganz wesentlich von der Art der Intervention ab", so Pauschinger. Die Mindestdauer beträgt nach internationalen Richtlinien (ACC/AHA-Guidelines 2004; JACC 44:671-719):

  • für konventionelle Metallstents ein Monat,
  • für mit Sirolimus beschichtete Stents drei Monate,
  • für mit Paclitaxel beschichtete Stents sechs Monate und
  • nach intrakoronarer Bestrahlung (Brachytherapie) zwölf Monate.

Er halte aber die neuen Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie für noch sinnvoller und sicherer, so Pauschinger. Abweichend vom obigen Schema erhalten demnach Patienten mit beschichteten Stents für mindestens sechs Monate, besser aber für zwölf Monate Clopidrogrel und ASS.

Pauschinger erinnerte daran, daß für Patienten mit akutem Koronarsyndrom generell ein Langzeit-Thromboseschutz für neun bis zwölf Monate empfohlen wird. Dabei schneidet die Kombination aus Clopidogrel plus ASS besser ab als eine ASS-Monotherapie.

Ohne Plättchenhemmung kommen selbst Patienten mit stabiler KHK nicht aus. Sie erhalten für die Sekundärprävention allerdings primär ASS. Das noch wirksamere, aber teurere Clopidogrel sei in erster Linie für Patienten mit ASS-Intoleranz oder hohem Gefäßrisiko vorgesehen, erinnerte Pauschinger.

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