Ärzte Zeitung, 02.08.2005

Patienten sollten Infarktsymptome gut kennen

Bei hohem Herzinfarktrisiko müssen Angehörige genau wissen, was zu tun ist / Rettungsdienst wird oft spät gerufen

HAMBURG (nie). Patienten, die ein erhöhtes Herzinfarktrisiko haben, sollten über mögliche Symptome gut aufgeklärt sein und genau wissen, was im Notfall zu tun ist, haben Herzspezialisten beim Hamburger Herztag erinnert.

Wie Professor Thomas Meinertz vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erinnert hat, sterben jährlich 210 000 Menschen in Deutschland am Herzinfarkt. Jeder Dritte stirbt noch auf dem Weg zum Krankenhaus. In der Klinik sind es noch einmal fünf bis zehn Prozent.

"Deshalb müssen Betroffene ihre Schmerzen sehr ernst nehmen und schnell Hilfe anfordern", sagte Dr. Robert Küchler vom Allgemeinen Krankenhaus St.Georg in Hamburg. Doch trotz heftiger Schmerzen warten die Patienten im Schnitt drei bis sechs Stunden, bevor sie Hilfe holen oder ins Krankenhaus fahren.

Besonders wachsam müssen Diabetiker sein, da diese oft die typischen Herzinfarkt-Symptome wie Angina pectoris oder heftige Schmerzen in der Brust, die auf Rücken, Bauch und Arme ausstrahlen können nicht bemerkten, erinnerten die Herzspezialisten.

Betroffene oder Anwesende sollten wissen, daß, wenn die Schmerzen besonders im Brustbereich länger als 15 Minuten andauerten, sofort der Rettungsdienst gerufen werden muß, riet Küchler. Als erste Maßnahme sollen Betroffene zudem ASS einnehmen.

"Bei rechtzeitigem Eintreffen im Krankenhaus innerhalb von 120 Minuten kann den Infarktpatienten dann ein Herzkatheter gelegt werden, meist wird ein Stent verwendet.

Neuere, beschichtete Stents sorgten dafür, daß sich die Arterien nicht wieder verschließen, erinnerte Professor Karl-Heinz Kuck vom Allgemeinen Krankenhaus St.Georg.

"Allerdings fehlt uns für diese Stents noch die Kostenübernahme durch die Krankenkassen", kritisierte Meinertz. "Wir würden gerne mehr Patienten die besseren, beschichteten Stents einsetzen, doch das gibt unser Budget nicht her."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. Offenbar fällt es aber schon Kindern schwer, ihre Bewegungsmuster zu ändern. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethische Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »