Ärzte Zeitung, 08.09.2005

Vorteile für Medikamente-freisetzende Stents

Die neuen Stents verhindern Restenosen besser als konventionelle, sind aber wohl nur bei hohem Risiko kosteneffektiv

STOCKHOLM (ob). Mit den neuen Medikamente-freisetzenden Koronarstents (drug-eluting stents, DES) läßt sich im Vergleich zu konventionellen Stents die Rate notwendiger Zweiteingriffe in Koronargefäßen deutlich verringern. Kosteneffektiv sind die modernen Stents allerdings unter den jetzigen Bedingungen wohl nur bei Patienten mit hohem Risiko für koronare Restenosen.

Zu diesem Ergebnis kommen Schweizer Kardiologen in einer neuen Studie, in der die Kosteneffektivität der DES-Behandlung erstmals im Praxisalltag untersucht worden ist.

In dieser Studie sind ein Jahr lang 826 Patienten, bei denen im normalen Klinikbetrieb eine Koronar-Angioplastie geplant war, zwei Gruppen zugeteilt worden. Die Hälfte der Patienten erhielt einen Stent vom DES-Typ, die andere Hälfte einen reinen Metallstent ohne Medikamentenbeschichtung.

Sechs Monate nach der Stent-Implantation war die Rate klinischer Ereignisse in der Gruppe mit DES-Behandlung signifikant um 44 Prozent niedriger als in der Gruppe mit konventionellem Stent (7,2 versus 12,1 Prozent), und die Zahl von notwendigen Zweiteingriffen zur erneuten Revaskularisation war mit DES deutlich niedriger.

Aufgrund des höheren Preises der neueren Stent lagen die anfänglichen Behandlungkosten pro Patient in der DES-Gruppe um 1700 Euro über denen in der Vergleichsgruppe. Nach sechs Monaten betrug der Unterschied nur noch 900 Euro.

Durch die niedrigere Rate von Zweiteingriffen hatten sich die Zusatzkosten der DES-Behandlung somit zwar verringert - zu einer echter Kostenersparnis war es in der Gesamtbilanz zumindest bis zu diesem Zeitpunkt nicht gekommen. Rechnerisch ergab sich, daß in der DES-Gruppe pro verhindertem klinischen Ereignis Kosten in Höhe von 18311 Euro angefallen waren.

Bei Patienten mit Mehrgefäßerkrankungen, langstreckigen Koronarläsionen oder Läsionen in kleinen Koronararterien könnten DE-Stents aber durchaus kosteneffektiv sein, so Studienleiter Professor Mathias Pfisterer aus Basel.

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