Ärzte Zeitung, 24.04.2006

Therapie nach Herzinfarkt stark gebessert

MANNHEIM (kat). Die Sekundärprävention bei Patienten mit ST-Hebungsinfarkt ist in Deutschland signifikant besser geworden. Das hat eine Studie für die Jahre 1994 bis 2002 ergeben.

In diesem Zeitraum wurde die Versorgung von insgesamt 36  523 Patienten mit ST-Hebungsinfarkt untersucht. Das hat Dr. Anselm Gitt aus Ludwigshafen beim Kardiologenkongreß in Mannheim berichtet. Dabei stellte sich heraus, daß die Behandlung mit Thrombozytenaggregationshemmern gut war.

Die Therapie mit akuter Reperfusion, ACE-Hemmern und Statinen hat sich deutlich gebessert. Folglich halbierte sich bei den Patienten die Mortalitätsrate im Krankenhaus. Je mehr Maßnahmen der Sekundärprävention verordnet wurden, um so niedriger war die Ein-Jahres-Mortalitätsrate: 19 Prozent ohne, 17 Prozent mit einer, 14 Prozent mit zwei, neun Prozent mit drei und sechs Prozent mit vier Maßnahmen.

Auch in der Therapie, die bei der Entlassung verordnet wird, hat sich viel getan. Fast 90 Prozent der Patienten erhalten eine Kombination. 92 Prozent bekamen in den Jahren 2000/02 ASS verordnet, 89 Prozent Betablocker, 81 Prozent ACE-Hemmer und 80 Prozent ein Statin.

Von fast 17 000 Patienten mit akutem Koronarsyndrom wies die Hälfte KHK oder KHK-Risikoäquivalente auf. Nur ein knappes Drittel war bei der Aufnahme mit einem Statin behandelt. Besonders selten vorbehandelt waren Patienten über 70 Jahre, mit Apoplexie oder Diabetes mellitus.

Selbst von den Vorbehandelten hatten nur 40 Prozent einen LDL-Spiegel unter 100 mg/dl. Die LDL-Werte waren nur bei zehn Prozent der Männer, zwölf Prozent der Frauen und 17 Prozent der Diabetiker richtig eingestellt, so Gitt. Nur 52 Prozent der Patienten erhalten ASS.

Mit einer leitliniengerechten Therapie der Patienten würde die Mortalitätsrate im Krankenhaus um 27 Prozent und die Ein-Jahres-Mortalitätsrate um 38 Prozent sinken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »