Ärzte Zeitung, 24.05.2006

In der Reha-Klinik erreichen KHK-Patienten gute LDL-Werte

Intensivierte Lipidsenkung bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko / Patienten verschiedener Altersgruppen in Studie untersucht

LUDWIGSHAFEN (Rö). Bei immerhin zwei Drittel der Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko wird in einer Rehaklinik der LDL-Zielwert von unter 100 mg/dl wirklich erreicht. Dieses Beispiel aus der Versorgungsforschung belegt das Register TROL 2003.

Das Akronym TROL steht für Transparenz-Register zur Objektivierung von leitliniengerechtem Risikofaktoren-Management. Über die Daten des Registers hat Professor Heinz Völler in Ludwigshafen bei einem Symposium des Unternehmens MSD berichtet. Für das Register wurden die Daten von 15 381 Patienten ausgewertet, wie der Kardiologe aus Rückersdorf bei Berlin beim Kongreß für Versorgungsforschung erläutert hat.

Alle wurden in Rehabilitationskliniken nach einem Herzinfarkt oder wegen instabiler Angina pectoris behandelt. Die Daten wurden getrennt in zwei Gruppen analysiert: bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom vor dem 55. Lebensjahr und Patientinnen vor dem 65. Lebensjahr, die die Gruppe "jung" bildeten, und bei älteren mit einem LDL-Wert über 100 mg/dl. Sie bildeten die Gruppe "alt".

Der Erfolg der Sekundärprävention wurde unter anderem an der Veränderung des LDL-Cholesterins beurteilt: Der Mittelwert betrug in der Gruppe "jung" bei der Aufnahme 122 mg/dl, bei der Entlassung war er auf 92 mg/dl gesunken. Bei den Patienten der Gruppe "alt" ging der LDL-Wert während der Reha-Behandlung von durchschnittlich 138 mg/dl auf 97 mg/dl herunter.

Fast zwei Drittel in beiden Gruppen hatten bei der Entlassung das Ziel von unter 100 mg/dl erreicht. Bei der Aufnahme war das nur bei 29 Prozent aus der Gruppe "jung" der Fall und bei keinem Patienten der Gruppe "alt".

An der Medikamenten-Dokumentation läßt sich ablesen, wie dieser Erfolg gelang: Die lipidsenkende Therapie wurde intensiviert. Bei der Aufnahme nahmen von den Patienten der Gruppe "jung" 77 Prozent einen CSE-Hemmer und 3,7 Prozent erhielten zusätzlich Ezetimib, bei der Entlassung hatten 95 Prozent einen CSE-Hemmer und 39 Prozent zusätzlich Ezetimib.

In der Gruppe "alt" stieg der Anteil der mit einem CSE-Hemmer Behandelten von 52 Prozent auf 92 Prozent und der Anteil der Patienten mit Kombitherapie von 39 Prozent auf 45 Prozent.

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