Forschung und Praxis, 16.06.2006

Infarktpatienten profitieren von Stammzelltherapie

Halbmondförmig: infarktgeschädigtes, nicht durchblutetes Herzgewebe. Foto: Moser

Zur regenerativen Medizin gehört auch die Transplantation von Stammzellen nach Myokardinfarkt: Die Pumpfunktion des Herzens erholt sich bei den so behandelten Patienten signifikant besser als bei jenen, die Placebo erhalten.

Herausgestellt hat sich das in vier kleineren Pilotstudien, zwei Studien mit je etwa 60 Patienten sowie einer Studie, an der 204 Patienten teilgenommen haben. Ihnen wurden wenige Tage nach dem Infarkt 50 Milliliter Knochenmark entnommen.

Jeweils die Hälfte der Patienten bekam das gereinigte Präparat aus mononukleären Progenitorzellen über einen Ballonkatheter infundiert, und zwar in das infarzierte und bereits wieder revaskularisierte Koronargefäß. Die andere Hälfte erhielt auf gleiche Weise ein Scheinmedikament.

Nach vier Monaten war die linksventrikuläre Auswurffraktion in der Verumgruppe signifikant größer als in der Placebogruppe (5,5 Prozent versus 3,0 Prozent absolute Zunahme). Besonders deutlich besserte sich die Herzfunktion in der Subgruppe der Patienten mit stark geschädigtem Myokard. Bei ihnen hatte die Auswurffraktion absolut um 7,5 Prozent zugenommen. Günstig waren die Ergebnisse vor allem dann, wenn zwischen Infarkt und Zelltherapie mindestens fünf Tage lagen.

Bei Doppleruntersuchungen war eine signifikant gesteigerte Durchblutung im Infarktgebiet nachweisbar. Die guten Effekte auf die Pumpfunktion gingen einher mit einer verringerten Rate von Patienten, bei denen es zu Tod, erneutem Herzinfarkt oder Wiederaufnahme in die Klinik wegen Herzinsuffizienz kam. Die Zelltherapie begünstigt nicht Arrhythmien oder Restenosen, wie eine Überprüfung nach drei Jahren ergab. (ars)

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