Ärzte Zeitung, 05.09.2006

LDL-Kombitherapie punktet

Kollegen-Umfrage: Statin-Monotherapie reicht oft nicht

BARCELONA (Rö). Viele KHK-Patienten erreichen ihren LDL-Zielwert von 100 mg/dl nicht. Wie eine Befragung bei Hausärzten und Kardiologen ergeben hat, meinen drei Viertel der Befragten, daß zur LDL-Senkung eine Statintherapie ohne Kombination mit Ezetimib (Ezetrol®; in Kombination mit Simvastatin als Inegy® ) in der täglichen Praxis nicht ausreicht.

Gefragt hatte das Unternehmen TNS, das auf Untersuchungen zur Gesundheitsversorgung spezialisiert ist, im Juli unter Kollegen in fünf europäischen Ländern. Befragt wurden jeweils 100 Allgemeinärzte und 75 Kardiologen. Die Ergebnisse wurden beim Welt-Kardiologen-Kongreß ESC in Barcelona auf einer Veranstaltung von MSD und Essex vorgestellt.

Warum reicht eine Statin-Monotherapie oft nicht aus? Zwei Drittel der befragten Kollegen stimmen der Ansicht zu, daß es eine Zurückhaltung bei der Verschreibung hoher Dosen von Statinen gibt, weil unerwünschte Effekte befürchtet werden. Etwa drei Viertel der Befragten gehen auch davon aus, daß maximal die Hälfte der Patienten die heute akzeptierten Zielwerte für das LDL erreicht.

Außerdem wird offenbar die Wirkung einer Verdoppelung der Statin-Dosis überschätzt. Denn ein Drittel der befragten Kollegen gehen dabei von einer Abnahme des LDL-Cholesterins von 25 Prozent aus. Es sind jedoch nur sechs Prozent. Insgesamt zeichne sich ab, daß sich Leitlinien in der Praxis noch zu wenig durchgesetzt haben, so das Resümee von Philip O’Hagan von TNS.

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