Ärzte Zeitung, 02.11.2006

Neue Daten zu Passivrauchen und Infarkten

COVENTRY (Rö). Passivrauchen hat in einer neuen US-Studie das Herzinfarkt-Risiko nicht-signifikant erhöht. Als Ursache werden Antirauchmaßnahmen diskutiert.

Das überraschende Ergebnis - kein erhöhtes Infarktrisiko durch Passivrauchen - kommt nach Ansicht des Studienleiters Dr. Saverio Stranges aus Coventry dadurch zustande, daß Passivrauchen durch Antirauchmaßnahmen stark abgenommen hat. Die Bedeutung von Passivrauchen als Risikofaktor werde damit geringer ("Archives of Internal Medicine" 166, 2006, 1961).

In der Studie hatten von 1541 Nichtrauchern aus New York City 284 einen Herzinfarkt gehabt, 1257 hatten keinen Infarkt gehabt. Die Teilnehmer berichteten auch, ob sie seit ihrer Jugend Rauch Anderer einatmen mußten, etwa bei der Arbeit. Daraus schätzten die Forscher die Menge lebenslang eingeatmeten Rauchs ab. Zwar wurde errechnet, daß Passivraucher ein um 20 Prozent erhöhtes Infarkt-Risiko hatten. Doch dieser Trend war wegen der wenigen Studienteilnehmer ohne statistische Relevanz.

Deutsche Kardiologen, die ein öffentliches Rauchverbot fordern, verweisen auf die positiven Effekte: In Italien war nach fünf Monaten die Zahl der Infarkte um elf Prozent zurückgegangen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »