Ärzte Zeitung, 09.01.2007

Herzgefäße und Perfusion auf einen Blick

Neues hochauflösendes PET / CT-Gerät in Deutschland / Auch Tumorgefäße vor Op präziser als zuvor darstellbar

BERLIN (gvg). Deutschland hat sein erstes hochauflösendes PET/CT- Gerät. Es ermöglicht eine besonders präzise onkologische Diagnostik. Zudem lassen sich mit dem Gerät bei einem Patienten in einem Untersuchungs-Durchgang die Herzkranzgefäße darstellen und die Vitalität des Herzmuskels beurteilen.

3D-Bild des Herzens mit Arterien aus CT-Daten einer PET/CT. PET-CT-Bild: Die roten Bereiche sind minderdurchblutet und können einer Arterie zugeordnet werden (Arterien schwarz).
Fotos (2): Diagnostisch Therapeutisches Zentrum am Frankfurter Tor, Berlin

Bei dem jetzt im Diagnostisch Therapeutischen Zentrum in Berlin installierten Gerät handelt es sich um einen Siemens Biograph 64. Technisch ist die etwa drei Millionen Euro teure Maschine eine Fusion aus einem 64-Schicht-CT und einem PET-Scanner, mit dem vor allem der Glukosestoffwechsel dargestellt wird.

"In der onkologischen Diagnostik können wir jetzt zum Beispiel vor Operationen die Gefäßversorgung von Tumoren sehr viel präziser als bisher darstellen", hat der Leiter des Zentrums, Professor Wolfgang Mohnike, berichtet. Für besonders zukunftsweisend hält der er außerdem die Anwendung zur Diagnostik bei manifester KHK oder bei KHK-Verdacht.

"Wir können und wollen den Herzkatheter nicht ersetzen", so der Internist und Nuklearmediziner bei einer Pressekonferenz des Diagnosezentrums in Berlin. Er gehe aber davon aus, dass auf 30 bis 40 Prozent der Katheteruntersuchungen verzichtet werden könnte, wenn eine PET/CT-Diagnostik vorgeschaltet werde. Durch die PET-Komponente kann vitales von schon abgestorbenem Herzmuskelgewebe sicher unterschieden werden. Im Zusammenspiel mit der hochauflösenden CT lässt sich dann sehr genau sagen, ob und wo bei einer Koronarstenose eine Revaskularisation Erfolg versprechend ist.

Das Verfahren steht in Konkurrenz zur kardialen Magnetresonanztomografie, die ebenfalls die Möglichkeit einer Vitalitätsdiagnostik für sich in Anspruch nimmt. "Das ist aber bisher nicht ausreichend validiert", sagte Professor Gustav Hör, langjähriger Leiter der Nuklearmedizin an der Universität Frankfurt am Main.

Im Vergleich zum MRT ist die kardiale PET/CT mit einer Viertelstunde Untersuchungszeit und einer halben Stunde Auswertung schneller als die kardiale MRT mit Angiografie und Vitalitätsdiagnostik. Durch die hochauflösende CT-Komponente ist die Darstellung der Herzkranzgefäße außerdem präziser. Negativ im Vergleich zur MRT fällt die Strahlenbelastung ins Gewicht. Sie liegt mit etwa 10 mSv (Milli-Sievert) in einer Größenordnung, in der sich erfahrene Kardiologen bei einer unkomplizierten Koronardiagnostik auch bewegen.

Bislang übernehmen in Deutschland nur private Krankenversicherungen die Kosten für PET (-CT).

Weitere Informationen gibt es unter: www.berlin-diagnostik.de

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