Ärzte Zeitung, 10.03.2008

Für ein Gläschen Wein ist man nie zu alt

CHARLESTON (mut). Wer in mittlerem Lebensalter damit beginnt, moderat Alkohol zu trinken, senkt offenbar relativ rasch und deutlich sein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Darauf deuten die Ergebnisse einer Studie mit knapp 7700 Teilnehmern.

Viele Studien haben inzwischen ergeben, dass ein moderater Alkoholkonsum von etwa einer Flasche Bier oder einem Glas Wein pro Tag das kardiovaskuläre Risiko senkt. Nach Daten einer neuen Studie trifft das auch zu, wenn jemand erst im Alter von 45 bis 65 Jahren damit anfängt: Vier Jahre nach dem Beginn des moderaten Konsums war die Rate von kardiovaskulären Erkrankungen um 38 Prozent niedriger als bei Studienteilnehmern, die abstinent blieben.

Das berichten die US-Forscher Dr. Dana E. King und ihre Mitarbeiter online in der Zeitschrift "American Journal of Medicine". An der Studie hatten insgesamt 7700 Alkohol-Abstinenzler teilgenommen. Innerhalb von vier Jahren hatten sechs Prozent der Teilnehmer angefangen, Alkohol zu konsumieren, die meisten davon moderat, also weniger als zwei Bier oder zwei Gläser Wein pro Tag bei Männern und die Hälfte bei Frauen. Nur 0,4 Prozent tranken mehr.

Ein weiteres Ergebnis: Am stärksten profitierten Teilnehmer, die Wein tranken. Bei Teilnehmern, die andere Alkohol-Sorten konsumierten, war die Rate für kardiovaskuläre Erkrankungen zwar ebenfalls erniedrigt, der Unterschied zu den Abstinenzlern war jedoch nicht signifikant.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »