Ärzte Zeitung, 30.05.2008

Tod durch Herzinfarkt: Deutschland im Mittelfeld

Franzosen haben die wenigsten Herzprobleme, Balten haben die meisten

BERLIN (hub). Geht es ums Herz, sind die Franzosen am gesündesten in Europa: Ihre Sterberate durch Herzinfarkt ist die niedrigste.

Je weiter es nach Osten geht, desto höher ist die Sterberate durch Herzinfarkt.

Deutliche Unterschiede in Europa bei der Rate von Todesfällen infolge koronarer Erkrankungen hat jetzt erneut eine Auswertung aktueller Daten von Eurostat und nationalen Statistikämtern ergeben (Eur Heart J 29, 2008, 1316). Dabei wurden Todesfälle durch Herzinfarkt bei Menschen im Alter von 45 bis 74 Jahren erfasst.

Bei der Herzinfarkt-Sterberate gibt es ein klares Gefälle von Nordost-Europa nach Südwest-Europa, bilanzieren Dr. Jacqueline Müller-Nordhorn und ihre Kollegen von der Charité Berlin. Das Risiko, durch einen Herzinfarkt zu sterben, ist für einen Mann aus Lettland siebenmal höher als für einen Franzosen. Auch die Französinnen sind in Europa am herzgesündesten: Ihr Herztod-Risiko ist mehr als zehnmal niedriger als das einer Frau aus Estland.

Seit Jahrzehnten sinke in West-Europa die Sterberate durch Herzinfarkt um etwa zwei Prozent pro Jahr, so die Forscher. In Ost-Europa hingegen stieg sie in den 70er- und 80er-Jahren, seit Mitte der 90er-Jahre stagniert sie. Fettes Essen haben die Forscher als einen Hauptgrund für den Ost-West-Gradienten ausgemacht. Der Konsum gesättigter Fette liege im Osten weit über dem West-Niveau.

Doch Verhaltensänderungen können etwas bringen. So nehme in Polen seit den 90er Jahren bei der Fettaufnahme der Anteil gesättigter Fettsäuren ab. Parallel dazu ist die Herzinfarktrate um ein Viertel gesunken.

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